Das Jahr in Platten mit: Thou

von am 24. Dezember 2014 in Adventskalender 2014

Das Jahr in Platten mit: Thou

Thou aus Baton Rouge sind seit Jahren die mutmaßlich größte Doom-Macht des Planeten. Davon zeugt eine überquellende, makellose Discographie auf eindrucksvollste Art. 2014 wird dennoch als ein einziger, noch einmal alles überragender Höhenflug in die Geschichte der Band eingehen – weil Meisterwerke und Geniestreiche in noch höherer Taktrate wie am Fließband kamen: ‚Heathen‚ und ‚The Sacrifice‚ oder ‚Released from Love‚, der erste Teil der im nächsten jahr imposant fortgesetzten Kollaboration mit The Body. Während eine Europa Tour der Band dabei bis auf weiteres Wunschtraum zu bleiben scheint, beehren Thou jedoch das 24. Kästchen des Heavy Pop Adventskalender: Gitarrist Andy Gibbs präsentiert seine Alben des Jahres 2014.

…ohne konkrete Reihenfolge und viele andere großartige Veröffentlichungen auslassend:

Grouper – ‚Ruins
Ich höre seit neuestem immer mehr Grouper. Als ich ‚Dragging a Dead Deer Up a Hill‚ entdeckt habe, hab ich es für ein wunderschönes Album zum nebenbei hören oder einschlafen gehalten. Nach  ‚Dream Loss‚ und ‚Alien Observer‚ habe ich aber gelernt genauer hinzuhören, und die Songs berühren mich nun so viel tiefer. ‚Ruins‚ stellt keine Ausnahme dar, obwohl es ein so eine feine und fragile Platte ist.

Weyes Blood – ‚The Innocents
Ich habe das letzte Album von Weyes Blood (‚The Outside Room‚) vor ein paar Jahren entdeckt, und mich sofort darin verliebt. Es war bei mir schnell auf Heavy Rotation und ich hab jeden damit belästigt dem es einen Klick auf Youtube wert war. Dieses neue Album ist wesentlich weniger kopflastig, bedient sich aber der gleichen Werkzeuge. Ich hoffe wirklich, dass sie mal an die Westküste kommen, damit ich mich davon überzeugen kann wie das ganze live funktioniert, in der Zwischenzeit muss ich mich wohl damit zufrieden geben ‚Hang On‚ zwanzig Mal am Stück zu hören.

Bohren & der Club of Gore – ‚Piano Nights
Perfekt für kalte, regnerische Nächte. Weniger perfekt wenn man eine 6 oder 8 stündige Schicht in der Küche hat, so wie ein Mitarbeiter von mir, der immer diesen Dauerbrenner auflegt. Am erwähnenswertesten ist wohl das geschmackvolle Saxophon in diesem Nicht-Jazz Kontext, und die unglaubliche Geduld die es braucht sich durch solche Songs mit den minimalsten Änderungen zu schuften. Letzteres kann ich nur zu gut nachvollziehen.

Holly Herndon – ‚Chorus / Home
Vor ein, zwei Jahren hätte ich da wahrscheinlich nicht mal genauer hingehört, aber es gab seitdem einen nicht enden wollenden Strom an elektronischer Musik der mich still und heimlich mit ihrer Noise-Ästhetik mitgenommen und mit tanzbaren Songs gefangen hat. Ich mag Holly Herndon nicht nur weil sie ganz einfach in einer eigenen Welt lebt, sondern auch für ihren Einfallsreichtum und die Art wie sie ihre Sounds darbringt. Das ist Musik deren Herstellungsprozess mir nicht ganz klar ist, was sie für mich so interessant macht. Die perfekte Musik für den dystopischen Industrie-Höllenschlund der sich Bay Area nennt.

Pharmakon – ‚Bestial Burden
Metalbands hergehört: so klingt furchteinflößende Musik. Zwischen diesem Album und der Kollaboration von The Body und Haxan Cloak liegt eine Welt erschreckender Musik von der ich hoffe, dass viele abenteuerlustige Musiker sie erkundigen. Elende Angst und Verachtung.

Thou im Netz: Website | Bandcamp | Flickr | Unofficial Facebook-Fanpage |

Vielen Dank an Andy Gibbs / Thou für die Teilnahme am Heavy Pop Adventskalender 2014!

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen