Jack Johnson and Friends – Best Of Kokua Festival

von am 17. April 2012 in Livealbum

Jack Johnson and Friends – Best Of Kokua Festival

Das klingt wie: Jack Johnson spielt mit prominenten Freunden eigene und fremde Hits vor hawaiianischer Festivalkulisse. Wie schön die Welt doch sein kann.

Der hauptberufliche Surfer, der sich zum Zeitvertreib die Akkustikgitarre umschnallt, um die Charts und Schmusezonen dieser Welt zu erobern, wagte zwischen 2004 und 2008 bzw. 2010 die Probe aufs Exempel: Wie entspannt kann eine Horde gefühlvoller Musiker aufgeigen, die das Wort Hektik vor der Kulisse Hawaiis noch nicht einmal ansatzweise buchstabieren können dürften. Kein Wunder also, dass die Mitschnitte des Kukua Festivals in hundertprozentiger Geschmeidigkeit den ultimativen Wohlfühlfaktor aufbauen, Sonnenuntergänge über dem Meer im Kopfkino provoziert und mit inszenatorischer Zurückhaltung schmeichelt: Angenehme Stimmen hier, Akkustikgitarren und Ukulelen da, ein bisschen souliger Background und gelegentlich ein zurückgenommener Bandsound. Das Publikum taucht immer wieder enthusiastisch im Mix auf und wenn es wie in ‚Island Style‚ John Cruz unter die Arme greift, kann da schon einmal richtige Gänsehautstimmung aufkommen.

John Cruz, Paula Fuga, G. Love: Die üblichen Verdächtigen sind alle vertreten.Was der omnipräsente Jack Johnson da aber mittlerweile sonst noch unter Freunde versteht, sucht seinesgleichen: Country Urgestein Willie Nelson ist nicht nur zum baden nach Hawaii geflogen, sondern stimmt bei der Gelegenheit gleich ‚Blue Eyes Crying in the Rain‚ an,bei dem ihm Johnson und Ben Harper unter die Arme greifen, nachdem die beiden davor noch schnell ihr eigenes Ding durchgezogen haben. Direkt aus den Stadien Amerikas hat man Dave Matthews angekarrt, Taj Mahal verströhmt bei ‚Further on Down the Road‚ entspanntes Blues- Feeling. Ebenso relaxt macht es Ziggy Marley, und das Raggae hier immer wieder gut in den Rahmen passt, kann man sich wohl denken. Dass der andere Marley, Damian, die Sache dann ausreizen muss, irgendwie auch. Hektischer (dann also doch!) als in ‚Welcome to Jamrock‚ wird das Festivaltreiben allerdings nicht.

Erhabener macht es ‚Constellations‚: Pearl Jam Stimme Eddie Vedeer packt die ganz großen Emotionen im kleinen Gewand aus, stiehlt Johnson abermals die Show. Der hat seine Momente aber ohnedies anderswo: ‚Better Together‚ und ‚Breakdown‚ sind nach all den Jahren immer noch strahlende Kleinode, die sich nur schwer zu Tode spielen lassen und eben meilenweilt von der einschläfernden Beliebigkeit der letzten beiden Studioalben Johnsons entfernt. Dass auch ‚Best of Kokua Festival‚ in seinen weniger spannenden Momenten an eingeschlafenen Füßen vorbei rudert, passt hier schon wieder irgendwie ins Konzept. Der Pegel wandert nie in den roten Bereich, Zähne zeigen gilt nicht und meistens ist das einfach zu gut für diese Welt. Weil nicht nur wer hanebüchene Strandpackages ordert mit dem Erwerb der Compilation Gutes tut: Die Erlöse gehen zu hundert Prozent an die Kokua Hawaii Foundation. Da döst es sich gleich noch schöner.

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