Japandroids – The House That Heaven Built

von am 7. April 2012 in EP

Japandroids – The House That Heaven Built

Es ist ja kein großes Geheimnis, dass das Material der Vinyl 7″ Veröffentlichungen der Japandroids die Songs ihrer Alben nahezu in den Schatten stellt. Das ist auf der vierten Auflage der Serie nicht anders.

Nicht mehr lange, und der heiß erwartete Nachfolger des gefeierten 2009er Erstlingsalbum ‘Post-Nothing‘ kommt in die Läden: ‘Celebration Rock‘.  Passend zum just angelaufenen Pre-Order via Polyvinyl Records (die exklusiv mit rotem Vinyl dienen können) wird da auch der vierte Teil der seit knapp zwei Jahren laufenden Vinylsingle-Serie ins Angebot aufgenommen. Wie schon seine Vorgänger ‘Art Czars‘, ‘Heavenward Grand Prix‘ und das überragende ‘Younger Us‘ (nicht von ungefähr auch auf dem komenden Album zu finden) ist das auch im Falle von ‘The House That Heaven Built‘ nicht nur streng limitiert und begehrt, sondern in erster Linie auch wieder eine astreine Ladung Rock´n´Roll mit Noise-Einschlag an der Gitarre und unbarmherziger Mitleidlosigkeit an den Drums.

Im Soundbild hat sich das Duo, das immer noch mehr nach ganzer Bandarmee klingt [(natürlich) zu Recht] nicht merklich bewegt. Das kratz und beißt und haut drauf und nimmt ab dem ersten Durchgang gefangen. Weil Japandroids wieder einmal im Nanobereich am effizieenten Songwriting geschraubt haben, ihren rotzfrechen Maximalderwischmodus bis hin zum potentiellen Stadion hochfahren, neben Killerhocks, einer  grandiosen Ohrwurmmelodie, unfassbar befeuerten Schlagzeugbeats und Riffs diesmal auch punkige “Ohohoh“-Chöre im Hintergrund einpacken. Und weil das nicht auf ‘Celebration Rock‘ zu finden sein wird, kann man jetzt schon sagen, dass Japandroids eine ihrer potentiell stärksten Singles überhaupt ganz unpickiert abseits des Hauptmahls servieren. Ob der Querverweis im Titel zu ihren alten Helden um Andy Falkous beabsichtigt ist, bleibt freilich offen.

Beibehalten bleibt auch die Tradion, jeder selbst komponierten A-Seite eine Cover B-Seite zu spendieren, im konkreten, prominenten Fall das so gerne fremdinterpretierte  ‘Jack The Ripper‘ von Nick Cave und seinen Bad Seeds. Aus dem Bad-Ass Blues Rocker haben Japandroids eine im Gesang beinahe verletzlich einherfliegende Noiseerruption gemacht, hypnotisch vor sich hin brodelnd und dem Original spannungsgeladen die Aufwartung machend. Nicht die Neudefinition der Coverkunst, aber gelungen. Wie eben alles, was die Japandroids auf ihren Single-Abwegen veröffentlichen. Darf der Output zwischen erstem und zweiten Album deswegen als Gradmesser für die Qualität des ‘Celebration Rock‘  genommen werden, stehen die Zeichen auf Sturm: Da könnte auch ohne Innovationsansatz ein Rockmonstrum vor der Türschwelle stehen, das allen Grund zum Feiern hat.

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