Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich

von am 19. Dezember 2015 in Buchkritiken, Featured

Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich

Thees Uhlmann reiht sich nun endlich in die Liste jener Musiker ein, die sich auch als Romanautoren versuchen. Ausnahmsweise geht es nicht um Musik, sondern vielmehr um den Tod, der plötzlich an der Tür klingelt. Die Leserinnen und Leser erwartet ein humoristischer Roadtrip, dessen Verfilmung sicher nur eine Frage der Zeit ist.

Sven Regener hats getan, Jochen Distelmeyer auch. Warum also nicht Thees Uhlmann? Der Kopf der Band Tomte, der seit längerer Zeit auch solo Musik macht ist in punkto Schreiben alles andere als unerfahren: Uhlmann verfasste bereits die Tocotronic-Tourbücher und war regelmäßig Gastschreiber bei Intro und Musikexpress. Mit seinem ersten Roman gelingt Uhlmann auf knapp über 300 Seiten ein – im positivsten Sinne – kurzweiliges Debüt, das man unweigerlich in hohem Tempo und mit viel Freude liest.

Eines Tages klingelt der Tod höchstpersönlich an die Tür des Ich-Erzählers und läutet damit sprichwörtlich einen absurden Roadtrip ein. Der namenlose Protagonist ist von Beruf Altenpfleger und lernte dort die Tochter des schrulligen polnisches Altenheimbewohners kennen. Sophia, mittlerweile die Ex-Freundin, sollte ihn eigentlich zum Besuch seiner Mutter begleiten. Der sympathisch lethargische Ich-Erzähler hatte die Verabredung vergessen und wird erst durch Sophias Auftreten in der eigenen Wohnung daran erinnert. In der Wohnung befand sich aber bereits der Tod, bereit den Protagonisten mitzunehmen. Sophias Erscheinen bewahrt ihn kurzerhand vorm Sterben und der Tod entschließt sich gemeinsam mit den beiden auf den Weg zur Mutter des Ich-Erzählers zu machen. Was folgt sind irrwitzige Dialoge über das Leben, Fußball, gescheiterte zwischenmenschliche Beziehungen und vom Autor lebhaft gezeichnete Figuren.

Uhlmann gelingt es, wie in seinen Songs, die großen Geschichten des Lebens anzupacken und das ohne große Umwege. Unweigerlich muss man an beim Lesen an den Autor selbst denken und an Sven Regener und an Herrn Lehmann sowieso.

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