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Algiers – Can the Sub_Bass Speak? / It All Comes Around Again

Algiers - Can the Sub_Bass Speak It All Comes Around Again

Mit Can the Sub_Bass Speak? haben Algiers vergangenes Jahr eine politisch aufgeladene Freejazz-Collage veröffentlicht, die ihre ständige Aktualität aktuell nur gefühlt deutlicher vorführt, als sonst – Statements wie dieses sind und bleiben (leider) immer relevant.

Im Brennpunkt der von dem Mord an George Floyd ausgehenden Rassismus-Demonstrationen in den USA veröffentlichten (die zuletzt ja mit zahlreichen Bandcamp-Bootlegs ausholenden) Algiers ihre multimediale Stand-alone Single aus dem Jahr 2019 zum dritten der drei eigentlich Corona-bedingten Bandcamp-Tage endlich auch in physischer Form, machen aber klar, was sie mit dieser limitierten 7“ bezwecken: „This release has been created to support, in a small way, those who continue to struggle under life and death circumstances to end the miserable condition that exists for Black and other oppressed people in this country and its colonial world. We dedicate this to the families of those who have been murdered by the police state in America, and encourage our supporters to continue to donate in their memory.
Und weiter: „Can the Sub_Bass Speak“ b/w „It All Comes Around Again“ will be available physically only through Bandcamp during the 24-hour period that the site is waiving its revenue share on June 5th. The songs will remain available online indefinitely. All proceeds from the single during June 5th will be donated to charities.

Dass Can the Sub_Bass Speak? abseits seiner wichtigen Substanz und Wirkung nun eine physische Erscheinungsform bekommt sollte insofern nicht nur Fans der Algiers freuen, es erscheint auch angesichts seiner Qualitäten nur folgerichtig (was vielleicht im Streaming-Zeitalter einen anachronistischen oder gar überholten Standpunkt darstellen könnte).
Fein auch, dass die Band mit dem prophetisch (auf Metaebene diesen zweiten Release der A-Seite betreffend auch selbstreferentiell) betitelten It All Comes Around Again dem Vinylformat eine B-Seite spendiert, wenngleich diese ganz objektiv in ihrer konventionelleren Ader nicht mit dem Hauptwerk mithalten kann – genau genommen wirken die knapp 3 Minuten eher wie eine nicht zu Ende gedachte Skizze aus dem Schneideraum des grandiosen There Is No Year.
Auf einem smarten Groove lässt Franklin James Fisher einer sofort eingängigen Hook repetitiv rollen, zu den retrofuturistischen Synthies und rasselnden Beats gesellen sich irgendwann auch für eine kurze Sequenz seltsam aufgeweckte Bläserarrangements, in denen die Band düster badet („Get ready for a night, a never ending night“).
Ständig bleibt dabei jedoch das Gefühl, dass in der wie ein fragmentarisches Sammelsurium aus zwei an sich griffigen Einzelparts bestehenden Nummer ein kleiner Ohrwurm stecken könnte, der sein Potential aber nicht jenseits einer gewissen Beiläufigkeit und zu formelhaft verschweißten Struktur artikulieren kann. Eine nette, aber gerade im Verbund mit Can the Sub_Bass Speak? eben auch keineswegs essentielle Fußnote der Algiers-Diskografie.

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