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Angel Du$t – Bigger House

Angel Du$t - Bigger House

Kein neues Album, sondern eine überraschend veröffentlichte weitere EP macht Lil House obsolet: Die drei Songs des Kurzformates aus dem Vorjahr werden auf Bigger House durch zwei neue starke Nummern sowie zwei Remixe ergänzt.

Also gleich zum essentiellsten Punkt von Bigger House (neben dem witzigen Artwork) – dem neuen Material. Love Is the Greatest eröffnet als Acoustic-Sehnsucht, die Stadion-Drums brutzeln zurückhaltend und überladen lieber dem „Lalala“ die Scheinwerfer für eine verträumte Gangart und Herzchen in den Augen. Der Opener füllt seine Position angenehm zurückgelehnt aus, auch wenn das Solo subversiv heult, Bläser und Chöre durch den Hintergrund der entspannten Nummer huschen: Angel Du$t breiten den Titel ganz unironisch aus, gehen den Pop unter der Produktion von Rob Schnapf catchy, zart und klar an – während der Einsatz von Shlomo an den Turntables vernachlässigbar bleibt, auch wenn Justice Tripp das anders sieht: „We wrote these songs and they’re pimp and chill at the same time. Rob Schnapf is my uncle now and Shlohmo was kind enough to jump behind the turntables like DJ Lethal for ‘Love Is the Greatest’. I hope you fuck it up in the pit.

An den Pit muß man jedoch auch während All the Way Dumb nicht denken, obwohl der zweite neue Song schon flotter und beschwingter zu Werke geht. Das schunkelnd federnd hüpfend Richtung Kooks, schwadroniert später durch leicht fernöstliche Streicherlandschaften, die sich dann als munterte Arrangements mitreißen lassen: kurzweilig, unterhaltsam, unangestrengt. Diese sommerliche Indie-Gangart passt einfach zu Angel Du$t, hier runder  aufbereitet denn je.
Die bereits bekannten Turn Off the Guitar, Lil House und Never Ending Game fügen sich schließlich toll in diese Vorarbeit ein, der Kontext ist inhaltlich und stilistisch schlüssig, wirkt nunmehr ausformulierter und in einen ergiebigeren Rahmen versertzt. Dennoch ist die Assimilation von Lil House per se auch billig, immerhin schwingt der Wiederverwertung ein latent faules, redundantes Wesen mit. Was nach dem „the same house but bigger“-Prinzip aber unverdienterweise gegen die nunmehr obsolete EP aus dem Vorjahr spricht.
(Kein Argument hinsichtlich der Relevanz, weder im positiven noch im negativen, sind übrigens die beiden angehängten Remixe von Never Ending Game, dem subjektiv schwächsten Song der EP: Eine Hinwendung zum patentierten Panda Bear-Sound und eine hiphop-affinere Bearbeitung von Lucine schlagen sich rein auf der quantitativen Ebene nieder).

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