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Behemoth – In Absentia Dei

Behemoth - In Absentia Dei

Man muss mit der jüngeren Entwicklung der Band nicht konform gehen, um dennoch wertschätzen zu können, dass Behemoth live einfach ein Spektakel sind – auch als Streaming Event, wie das monumental angelegte In Absentia Dei beweist.

Zumal sich Nergal und Co. (nach den aus New York im Slipper Room zugeschalteten Imperial Triumphant als Quasi-Vorband) in einer verlassenen polnischen Kirche als stilechte Location nicht auf ihre jüngsten Studioalben versteifen, sondern 19 Songs (oder Eindreiviertelstunden lang) ein kohärentes Potpourri ihres gesamten Katalog in mehreren Akten zelebrieren: Neue Hits wie Wolves ov Siberia und Blow Your Trumpets Gabriel fügen sich nahtlos an Demigod-Klassiker oder Pandemonic Incantations-Auswüchse. Die opulente Blasphemie des Hochglanz-Black Metal brettert dabei ohne gravierende Längen bestens unterhaltend durch alle Behemoth-Phasen, macht im Grunde keinen Unterschied zwischen frühem Untergrund und aktueller Breitenwirksamkeit, und lässt setlisttechnisch wenige Wünsche offen.

Dass Nergal dabei auch gelegentlich so weit geht und die durchaus effektiv reproduzierte, aber im Zweifelsfall immer eher stilvoll inszeniert denn verschwitzt wirkende Live-Stimmungen von In Absentia Dei mit etwaigen Animations-Ansprachen befeuert, wirkt etwa in Conquer All schon auch unangenehm pathetisch aufgesetzt – funktioniert aber im Kontext des klaren, unsteril kräftigen Sound und der druckvollen Performance ohne wirklich zu stören. Sogar dass der Parade-Gotteslästerer stimmlich abseits der Growl-Passagen in den beschwörend clean flehenden Momente ein bisschen arg dünn und bemüht intoniert ist im kurzweiligen Bombast dieses auch ohne die eindrucksvollen dazugehörigen Bilder sehr stimmig einnehmenden Spektakels egal: In Absentia Dei schafft den Spagat zwischen sehr befriedigendem Fandienst für langjährige Anhänger und idealen Einstiegspunkt für Neuankömmlinge. Eine verdammt runde, verdammt stylishe Sache also.

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