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BlackBraid – Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil

Black Braid - Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil

BlackBraid alias Sgah’gahsowáh versetzt mit seinem „Indigenous black metal from the solitude of the Adirondack wilderness“ gleich in Form der zwei ersten Singles Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil und The River of Time Flows Through Me in Euphorie.

Beide Songs werden in Bälde auf der bereits angekündigten, derzeit aber noch ohne konkretes Releasedatum auskommenden Debüt-EP Blackbraid I zu finden sein. Auf die prognostizierbare Klasse dieses Kurzformat-Einstandes soll an dieser Stelle aufgrund des bereits veröffentlichten Materials jedoch schon einmal explizit aufmerksam gemacht werden.
Denn grundsätzlich klingt das „Native American Black Metal solo project hailing from the Adirondack Mountains“ zwar (ohne das Rad in irgendeiner Weise neu zu erfinden) erstaunlich euopäisch in norwegischer Prägung und implementiert sein Lokalkolorit-Elemente ohne Gimmick-Gefahr leider nur durch die visuelle Ästhetik und seine Texte (also nicht so, wie etwa der brasilianische Kollege von Kaatayra)  – wie extrem dyamisch, hungrig, dringlich und energiegeladen das Songwriting und die Performance von BlackBraid dabei allerdings auftritt, vermittelt alerdings durchwegs eklektische Begeisterung.

Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil galoppiert mit Blastbeats und aggressiv-dichten Vocals mit manischem Tempo in atemloser Spielfreude. Zur Hälfte hin meint man gar eine triumphal schunkelnd-solierende NWOBHM-Shanty-Tendenz zu erkennen, bevor die Nummer wieder ballert, als gäbe es kein Morgen. Stark ist, dass BlackBraid kompositionell auch ohne originäre Handschrift versiert genug ist, niemals den Zugriff zu verlieren, sondern Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil immer neue Wege finden zu lassen, die Sogwirkung des melodischen Black Metal hoch zu halten und das Interesse des Hörers zu fesseln.

Noch besser ist trotzdem die zweite Single The River of Time Flows Through Me, die den herrlich kraftvoll produzierten, definierten und auch transparenten Sound mit keifend-fauchender Attitüde und pressenden Tremolo-Hummelschwarm-Gitarren jagt, um immer wieder hymnisch aufzumachen und auch Riffs im headbangenden Groove zuzulassen. Das Highlight des Ritts ist allerdings klar das treibende Schlagzeugspiel, das einfach so verdammt markante catchy Hook-Akzente setzt, nicht nur zweckdienlich begleitet oder als eigenschaftslose Genre-Formel-Staffage arbeitet, sondern für den staunenden Kontrast sorgt, um das Programm mit individuellem Charakter aus der Masse zu heben.
Dass sich The River of Time Flows Through Me zur Mitte hin ausbremst und dann in immer neuen reißenden Wellen tackert, zeigt vielleicht, dass sich zumindest strukturell noch ein paar überraschende Wendungen in den MO von BlackBraid schleichen könnten. Aber auch so katapultiert dieses Projekt durch diese beiden Singles in den Hype-Modus. Insofern gilt (mutmaßlich): BlackBraid I sollte man nicht verpassen!

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