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Cassandra Jenkins – (An Overview on) An Overview on Phenomenal Nature

(An Overview On) An Overview On Phenomenal Nature ist eine „collection of previously unreleased sonic sketches, initial run-throughs, demos, and sound recordings from the cutting room floor„.

Ein fragmentarisches Sammelsurium also, das vor dem Erstellen der Jahreslisten gerade richtig kommt, um an das gefühlt aus dem Nichts kommende wunderbare Kleinod An Overview On Phenomenal Nature zu erinnern, allerdings auch vor Augen führt, wo die eine Schwachstelle dieser Platte liegt: In ihrem wirklich stimmungsvollen, aber auch unverbindlich im Ambient verblassenden Finale, dem hinten raus einfach die Klammer für einen schön zu Ende gezeichneten übergeordneten Spannungsbogen fehlt.
Genau an diesem Punkt wird (An Overview On) An Overview On Phenomenal Nature essentiell, indem es das fehlende Puzzlestück in seinem homogen sequencierten Fluss anbietet: Das balladeske American Spirits wäre in seiner zärtlichen Wärme und der intim angedeuteten Aufbruchstimmung, die so vergänglich auch von einem Windhauch davongetragen werden könnte, als Rückkehr zum Songformat ein idealer  Schlusspunkt für das zweite Studioalbum von Jenkins gewesen.

Rund um diesen einzigen wirklich neuen Song ist die ergänzende EP allerdings eine Angelegenheit, die vordergründig für unersättliche Komplettisten und Chronisten interessant sein wird. Die Demo zu Michaelangelo hat sich noch kein Rock-Gewand übergestreift und begnügt sich mit einem verletzlichen Akustikgitarren-Outfit samt einer später entfernten Ninja Turtle-Referenz in den Lyrics, der First Take von New Bikini klingt noch ätherischer, minimalistischer und körperloser als die spätere Version. In Crosshairs (Interlude) erzählt Jenkins monoton einnehmend zu einer Cigarettes After Sex-Aura und Ms. Cassandra ist nicht mehr als ein ambient einrahmendes Telefongespräch-Sample.
Wie der Premix zeigt, war Haley dereinst eine funky Dancepop-Nummer, unscheinbar und schüchtern inszeniert, aber dennoch nicht in den Albumkontext passend – selbst auf der EP wirkt das Stück derart arrangiert ein wenig unentschlossen und willkürlich auftauchend, reklamiert aber zumindest einen Platz in Sommerplaylisten neben Shura, bevor Hard Drive (Security Guard) als alternative Spoken Word-Installation auf der Grundlage des späteren Ausnahmesongs entlässt und das skizzierte Ambiguous Norway (Instrumental) als kurzer Nachhall zum entsprechenden Albumstück ein bisschen an den zusammenklaubenden Fleckenteppich KID A MNESIA denken lässt – und als eingestreutes Reprise Verwendung finden wird, wenn man sich mit dem hier bereitgestellten Material sein näher zum Optimum kommende eigene Version von An Overview On Phenomenal Nature bastelt.

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