Website-Icon HeavyPop.at

Charnel Grounds – Molecular Entropy Examined in the Bowels of a Great One

Charnel Grounds - Molecular Entropy Examined in the Bowels of a Great One

Charnel Grounds zelebrieren mit ihrer Debüt EP Molecular Entropy Examined in the Bowels of a Great One natürlich zuallererst eine furiose Artificial Brain-Heldenverehrung, gehen über knapp 9 Minuten aber auch bereits eindrucksvoll über diese adelnde Referenz hinaus.

Der gravierendste Schönheitsfehler, den die Band (?) aus Florida auf dieser kurzen Kostprobe von verdammt viel Können und Talent hofiert, ist so oder so ohnedies nicht die assoziative Nähe zu den Vorbildern Artificial Brain (einige sonstige noch gerne in das Roulette geworfene Referenzen wie Demilich, Ulcerate oder Ad Nauseam treffen weitaus weniger sicher – kann man aber alleine bringen um dem Eindruck vorzubeugen, es hier mit eindimensionalen Kopisten zu tun zu haben), sondern der unnötige Fadeout, den Soul Scavengers of the Abyss nach seiner über verschlungene Pfade nehmenden Riffhatz wählt – damit lassen Charnel Grounds die bis dahin (nach der falsche Fährte, die The Hellmouth Beckons Across the Void mit dominantem Bass und synthetischem Sound eher Richtung Früh-2000er-Metal und potentiellem Vein-Intro gelegt hat) konstante Spannung einfach schleifen.
Da kann On a Cross of Ether danach noch so ansatzlos starten und sich zur fast schon hysterischen Dringlichkeit steigern.

Strick dreht sich Molecular Entropy Examined in the Bowels of a Great One allerdings auch daraus keinen. Charnel Grounds spielen ihre vor Blast-Kurzweiligkeit rasende Hatz schließlich so vertrackt wie direkt, reißen alleine mit der Inszenierung mit: Die griffigen, gewissermaßen sauberen Gitarren schleudern ihre Riffs, ohne jemals zu versiegen, in ein chaotisch-progressives Gemetzel aus potentiell hymnischen Harmonien; das so präzise wie kraftvolle Schlagzeug hämmert dazu variabel und dominant – die morastartigen Growls bleiben hinter der dabei erzeugten Energie aber eigentlich nur eine begrabene Ahnung in der Produktion. Alleine wie der Technical Death Metal in Desecration of the Host: Madness Complete so eine heroische Tendenz im Dissonanten finden will, hat so etwas elektrisch-faszinierendes und charakteristisches, weil die unkaschiert zur Schau getragene Bewunderung für Artificial Brain hier zwar noch unerreicht bleibt, jedoch frisch, hungrig und auch mit eigenwilligerer Essenz ausgestattet funktioniert.
Insofern kann nach der kompakten Spielzeit von Molecular Entropy Examined in the Bowels of a Great One in ihrer rausmüssenden Intesität absolut Lust auf mehr.

Die mobile Version verlassen