Website-Icon HeavyPop.at

Fleet Foxes – A Very Lonely Solstice

Knapp ein Jahr, nachdem Robin Pecknold die Wintersonnenwende mit einem Acoustic Set in der St. Ann & The Holy Trinity Church von Brooklyn begangenen hat, erscheint der Livestream der Show nun auch als Fleet Foxes-Album: A Very Lonely Solstice.

Im wunderbaren Opener Wading in Waist-High Water schleicht sich Pecknold erst langsam, beinahe unscheinbar in die nahezu rein vom Chor getragene Nummer, und im (nach all der zuvor zelebrierten minimalistischen Intimität im vollen Instrumentarium doch ein wenig deplatziert wirkenden, eben dezidiert ein großes Finale bieten wollenden) Closer Can I Believe You betritt neben den Background-Damen auch doch noch auch seine Band die Bühne der Kirche – ansonsten bestreitet Pecknold A Very Lonely Solstice allerdings als Soloshow an der Gitarre und erzeugt im auf den Kern reduzierten Gewand der Songs eine wirklich atemberaubend einnehmende Grandezza.

Mit unaufgeregter, phasenweise andächtiger Ruhe nutzt Pecknold den von allen Arrangements freigewordenen Raum der Nummern, um diese tatsächlich ein Stück weit neu zu erfinden, nahbarer und distanzloser zu machen. Entlang einer superben Setlist – zu den sieben Stücken von Shore (2020) schmiegen sich zwei von Helplessness Blues (2011) und je einer von Crack-Up (2017) sowie dem selbstbetitelten Debüt (2008) ebenso nahtlos wie zwei Coversongs: Das von Joan Baez geprägte Traditional Silver Dagger und die Bee Gees-Nummer In the Morning – kann man einige der Interpretationen hier (gerade in dieser perfekt zum Release passenden Jahreszeit) sogar den Studioversionen vorziehen. Was A Very Lonely Solstice zu einer wunderbaren Ergänzung einer herausragenden Diskografie macht – und umgeben von so vielen verlegenheitshalber veröffentlichten „Live“-Alben zu einem durchaus essentiellen Juwel.

Die mobile Version verlassen