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Great Grandpa – Four of Arrows

Great Grandpa - Four of Arrows

Great Grandfather haben sich im unumstrittenen Big Thief-Triumphjahr einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, um mit dem durch und durch soliden Indierock ihres Zweitwerks Four of Arrows Aufmerksamkeit zu finden.

Dabei macht die Band aus Seattle grundlegend nichts falsch, sogar noch besser als bereits auf Plastic Cough vor 2 Jahren, und hat diesmal über 44 Minuten keinen schwachen Song geschrieben.
Dazu variieren nette Ideen wie der Fokus auf Banjo und Fidel in English Garden oder der trotz synthetischer Patina in die 90er blickende Highlight-Ohrwurm Bloom immer wieder die Dynamik des stets latent am Emo getriebenen Indie Rock, irgendwo zwischen Allo Darlin‚ und Hop Along.
Great Grandpa gehen dafür wie im zum shoegazenden Dreampop a ala Crush gezirkelten, wirklich starken Human Condition gar nicht unbedingt immer den einfachsten Weg, ziehen nicht nur für das flotte Rosalie auch generell gerne das Tempo an, bevor die melancholisch reduzierte Nachdenklichkeit Split Up Kids den Weg für das getragenere Finale von Four of Arrows ebnet.

Und tatsächlich kommt die Platte dabei bis auf das etwas schwergängige, zu ausführliche (und in Nuancen an frühe Modest Mouse erinnernde) Mostly Here nahezu ohne Längen aus – selbst das regelrecht willkürliche eingestreute Pausenintermezzo Endling ist als zeitloses Piano-Stückchen sehr gefällig. Wenn Frontfrau Alex Menne ihre Stimme dabei bis zum Andenken der Cranberries schickt oder nostalgisch an vergangene Pop-Herzensbrecher wie Sixpence Non The Richer denken lässt, ist man sowieso auf der sicheren Seite.
Was dem immer besser laufenden Four of Arrows dabei jedoch abgeht, ist ein wirklich eigenständiger, originärer Charakter und die nötigen Genieblitze in der stets überdurchschnittlich soliden Klasse, die aus guten Songs herausragende machen würden. Oder zumindest solche, die wirklich ergreifend nachwirkend das unbedingte Bedürfnis wecken würden, mehr über sie erfahren zu wollen. Four of Arrows legt mit der nach oben zeigenden Entwicklungskurve des Quintetts allerdings endgültig den nötigen Rahmen aus, damit sich dies für Great Grandpa zukünftig fraglos ändern wird. Vielleicht ja auch ganz ungeachtet der dann im entsprechenden Jahrgang geltenden Standards.

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