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Hot Water Music – Shake Up The Shadows

Hot Water Music finden pünktlich zum 25 Jährigen Jubiläum zurück in die Spur. Über weite Strecken wird sich Shake Up the Shadows sogar als eine der stärksten (weil: nachhaltigsten) Veröffentlichung der Band seit ihrem Comeback erweisen.

Womit man so nicht zwangsläufig regnen dufte. Immerhin hatten Hot Water Music über die supereingängige Hitschleuder Exister, die enttäuschend durchsichtige Kantenlosigkeit Light It Up und auch die egale Single-Ausschussware I Will Be eine glattpolierte, gleiförmige Zugänglichkeit gefunden, die nur selten auf die charakterstarke Halbwertszeit ihrer Klassiker bauen konnte. Zwischen fast schon belanglosem Autopilot und zu gefälligem Silbertablett hatte es sich die unkaputtbare Klasse der Gainesville-Institution einfach zu bequem gemacht.
Auch wenn nicht alle Symptome dieser Entwicklung getilgt worden sind, hat sich die Entscheidung Chris Wollards, sich live eine Pause zu gönnen und durch Flatliners-Boss Chris Cresswell vertreten zu lassen, diesbezüglich dennoch als eine über den Bühnenrand hinaus nachwirkende Frischzellenkur erwiesen, auch wenn sich die personelle Formation wieder in die Ausgangsposition umgekehrt haben: Wollard ist für Shake Up the Shadows zurück, Cresswell aber zumindest in den Backingvocals als vitaler Unterstützer zu hören.

Unter diesen Vorzeichen haben Hot Water Music trotz der neuerlichen Zusammenarbeit mit Tontechniker Ryan Williams durchaus eine willkommene Ruppigkeit im Auftreten und Sound wiederentdeckt, der all den hymnischen Melodien und Hooks der Band eine verloren geglaubte Tiefe zurückgibt: Der subversive Kontrast ist gestiegen, das Songwriting dahinter bringt die PS seiner Substanz zwingender, packender auf den Biden. Alleine wie der pummelige Black-Bass gleich im eröffnenden By Any Means grummelt, während Ragan sein Reibeisen um die Gitarren bügelt bis der Refrain den Pit ankurbelt (obwohl die Bridge das eigentliche Highlight ist), verströmt verdammt solide und selbst ohne restlos intensive Heydays-Qualitäten ein Back-to-the-Roots-Feeling, aus dem sich auch die restlichen Nummern mit ihrer Zusammenhalt-Lyric speisen.
Der zwischen Hardrock-Motiven, wunderbar nach vorne gehenden Passagen und zu müde wiegendem Chorus beschwörend hymnisch aufgespannte Titelsong besticht etwa durch seine Dynamik, wo das flotte Denatured als beste Nummer der EP stimmlich nur im harmonischen Refrain Wollards Vorzüge unterstreicht. Das gar nicht so rebellische Rebellion Story lässt ein wenig Biss vermissen, fährt aber mit catchy „Ohoooos“ die zeitlos sehnsüchtigen Stärken der Band in potentieller Hit- und Fanfavourite-Manier auf. Das lockere Afar and Away schließt den Punkrock-Kreis mit erhebender Geste, bleibt zu bisslos. Wie gut wäre es, wenn das Quartett sich mal wieder richtig gehen lassen würde, sich verschwitzt von der Leidenschaft rauer mitreißen lassen würde. Wunschlos glücklich entlassen die 15 Minuten der EP eben nicht – sie sind aber der Schritt in die richtige Richtung für die immensen Ansprüche an diese Band. Und eine über den Erwartungen abliefernde Erinnerung daran, was man nach wie vor an Hot Water Music hat.

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