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Jeff Tweedy – Live is the King

Seinen seit 2017 durchgehaltenen Lauf von einem Studioalbum pro Jahr will Jeff Tweedy 2021 nicht mehr stemmen. Dafür gibt es mit Live is the King allerdings auch ein Trostpflaster.

Und zwar eines, dass als Bonus Disc der aktuellen Neuauflage von Love is King beigepackt wurde. Während man von dieser den für physische Tonträger zahlungswilligen Fan melkenden Veröffentlichungspraxis wenig angetan sein kann (und gegebenenfalls digital zugreifen auf den offenbar noch kommen sollenden separaten Vinyl-Release der Platte warten sollte), ist Live ist King – wie der Titel unschwer erkennen lassen dürfte – eine Live-Einspielung des 2020er-Quarantäne-Albums, auf dem Tweedy neben seinen beiden Söhnen Sammy und Spencer im Jänner 2021 auch seine restliche Backingband ins Wilco-Loft und den Constellation Club von Chicago geladen hat: Liam Kazar, James Elkington und Sima Cunningham.

Ohne Publikumsbeteiligung fühlt sich Live is King gerade im direkten Vergleich jedoch derweil eher wie ein auf vielen Ebenen subtil verbessertes Update zu Love is King an: Die griffige Performance macht die Nummern erdiger und pragmatischer, alle Songs werden mit latent zügigerer Spielzeit kompakter gespielt, was dem Material durchaus steht – alleine schon, wenn der kerniger produzierte Sound auch die Vocals kräftiger und klarer in Szene setzt. Dazu gibt es das Neil Young-Cover The Old Country Waltz als Zugaben-Zuckerl. Gut möglich also, dass sich Live in der Gunst langfristig vor Love platzieren wird.

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