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Joe Strummer – Assembly

Joe Strummer - Assembly

Mit der Retrospektive Assembly gibt es nun – paradoxerweise ein Jahr vor den potentiellen Jubiläen des runden Geburts- oder Todestages der Ikone – ein kompetent kuratiertes und vor allem kompaktes Best Of von Joe Strummer.

Die Kernkompetenz von Assembly sollte an sich keineswegs darin liegen, hinsichtlich exklusiver Raritäten mit dem drei Jahre alten Rundumschlag Joe Strummer 001 zu konkurrieren. Dreimal versucht es die Platte dennoch (es muß schließlich auch einen Kaufanreiz für alteingesessene Fans geben): Rudie Can’t Fail sowie I Fought The Law sind sehr solide entlang der Originale gespielte Live-Versionen der The Clash-Klassiker, die mit den Mescaleros am 24. November 2001 in der Brixton Academy von London aufgenommen wurden; der James Wayne-Blues Junco Partner (Acoustic) ist hingegen nunmehr eine liebenswürdig geschrammelte Solonummer an der Gitarre. Allesamt nette Fundstücke, aber in keinster Weise essentiell.

Mit einem vergleichsweise schlanken Fokus von 73 Minuten Spielzeit liegt die Stärke von Assembly in der direkten Gegenüberstellung zu Joe Strummer 001 ohnedies anderswo, nämlich bei der relativen Effizienz: Die restlichen 13 Songs der Compilation behandeln schließlich zwar alle Veröffentlichungen abseits der Spät- und Hochphase mit den Mescaleros von 1999 bis 2003 bestenfalls extrem stiefmütterlich, machen bei dieser Konzentration aber auch nichts falsch und liefern einen engmaschigeren, detaillierteren Zugang für Neueinsteiger.

Die werden mit dem flotten Hit Coma Girl, der frisch wie am ersten Tag klingt, sofort an Bord geholt und dürfen dann bestaunen, wie Strummer seinen Eklektizismus als musikalischer Globetrotter im weltmusikalischen Nomaden Johnny Appleseed ebenso catchy darbietet, wie im entspannt mäandernden Ska von Tony Adams oder dem sommerlich gezupften Sonnenbad Sleepwalk – nur überflügelt vom brillanten Reggae-Glanzstück Get Down Moses, während alle Ecken und Enden demonstrieren, wieviel alleine Damon Albarn der 2002 viel zu früh verstorbenen Legende schuldet.
Die abwechslungsreiche Dynamik bietet neben Szenen wie der 80er-Tanzbarkeit Love Kills vom Syd and Nancy-Soundtrack zudem Momente bezaubernder Einkehr (das schunklende Long Shadow oder die mittlerweile wohl ikonische Lagerfeuer-Adaption des Redemption Song), die auch in diesem bisweilen sprunghaften Fluß von zeitloser Klasse sind und Assembly zu einer runden Sache machen.

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