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Johnossi – Torch // Flame

Johnossi bieten eineinhalb Jahrzehnte nach ihrem soliden, selbstbetitelten Debüt mit Torch // Flame zumindest noch ein akzeptabel-seichtes Methadonprogramm, vor allem für verzweifelte Fans von Mumford & Sons.

Gerade denen spielen die zwei Schweden alleine aufgrund der irgendwo zwischen Papa Marcus und Arnim Teutoburg-Weiß liegenden Stimmfarbe von Sänger und Gitarrist John Engelbert ganz generell gerne in die Karte, was speziell bei einem hartnäckigen Ohrwurm wie dem nett-schmissigen The Longer the Wait, the Longer the Fall oder der kitschigen Halbballade Heavens (Then We Begin), die hoffnungsvolle Stadien im Vorprogramm effektiv für richtige Feuerzeug-Hymnen aufwärmt, noch eklatanter auffällt.
Doch bestäuben sich Johnossi diesmal dazu auch mit einem Wüstensand, den die Arctic Monkeys nicht mehr benötigen (etwa im eingängigen Rock von Hot Thoughts), während In Your Eye mit Desert-Kante bratzend zumindest vortäuscht, dass das Duo auch den schwitzenden Exzess kann. The Beat wiederum lässt liebenswerten Powerpop der bittersüßen Weezer-Schule in einen die Verstärker aufdrehenden Grunge-Chorus münden.

Sie alle eint, dass sich die Kompositionen im Zweifel lieber zwanglos zum unverbindlichen Singalong entscheiden, die Refrains zu oft wiederholen und die vorhandenen PS eines offenkundigen Händchens für catchy Melodien zu keinem Zeitpunkt unbedingt genug auf den Boden bringt, um eine allgegenwärtige Nebensächlichkeit abzuschütteln.
Darüber hinaus gönnt sich Torch // Flame mit der absolut belanglos und uninspiriert plätschernden Akustik-Titelnummer jedoch nur einen tatsächlichen Ausfall, ansonsten sitzen die harm- und reibungslosen Eingängigkeiten ohne nennenswerte Halbwertszeit oder Tiefenwirkung ansatzlos, aber kurzweilig.

Echoes schmückt sich beispielsweise kompetent mit theatralischer Oppulenz aus, ohne eine Dramatik kreieren zu können, CCCcowboys hat außer dem Kontrast aus treibender Eile und einer gemütlichen Einkehr nur einen superbilligen Mitsing-Refrain und willkürliche Beach Boys-Harmonien zu bieten, während das abschließende Sleepin‘ in absolut versöhnlich entlässt, die Tugenden der Band ohne Ecken oder Kanten auf meist wenige Sekunden an gnadenlos hängen bleibenden Hooks destilliert, für die man der Band weder böse sein kann, noch sie dafür lieben muß. Dennoch schade: Mit enger gedrehten Schrauben wäre diesmal aber deutlich mehr möglich gewesen, als solide-generischer Eklektizismus-(Sub)Standard.

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