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Juliana Hatfield – Juliana Hatfield Sings The Police

Juliana Hatfield - Juliana Hatfield Sings The Police

Vergangenes Jahr hat Juliana Hatfield sich charmant vor Olivia Newton-John verneigt, und ihrem eigenen Schaffen damit einen weicheren Feinschliff gegeben. Juliana Hatfield Sings The Police hätte im Umkehrschluß insofern für eine neue Kantigkeit sorgen können.

Tatsächlich gelingt dies immer außerhalb des Midtempos und vor allem knapp vor Schluß ziemlich gut, gerade sobald Landlord oder Rehumanize Yourself die Dynamik fast schon mit einer punkigen Spritzigkeit anziehen, den energischen Spaß an der Sache mit viel Spielfreude nach vorne kicken und selbst die enervierend oft wiederholten Refrains so wirken, als würden frühe Cardigans mit Be Your Own Pet ihre Krallen ausgelassen und unverbindlich-nonchalant zu Sting, Summers und Copeland schleifen.

Davor wirken einige der zwölf versammelten Tribute an The Police trotz superlocker entwaffnender Pop-Verführer wie Canary in a Coalmine aber noch öfter „nur“ wie ein lockerer Zeitvertreib, der auf dem Weg zum nächsten Studioalbum der immer noch so unfassbar jung und motiviert frisch klingenden Amerikanerin eingespielt wurde, konsequenzfrei und ein bisschen zu beliebig. Wenn gleich Can’t Stand Losing You flott aus den Keyboards tänzelnder Synthpop ist, geht das nur zehn Monate nach dem jüngsten regulären Studioalbum Weird aber durchaus klar. Next to You gelingt etwa auch sehr angenehm, weil Hatfield hier keine Penetranz bemüht, und Roxane ist interessant, weil die Nummer – im Gegensatz zu anderen Bearbeitungen – vollends entschleunigt wird. Letztendlich ist aber vor allem Every Breath You Take symptomatisch, wenn die Verneigung eigenen Charakter zeigt, sich im Grunde aber damit begnügt harmlos und angenehm zu sein.

Doch der eigentliche Teufel liegt im Detail. Denn an sich tut die 52 Jährige schon ihr bestes, um Juliana Hatfield Sings The Police betont kurzweilig und lebendig zu halten: Sie intoniert leidenschaftlich und schickt die Saiten ihrer kratzbürstigen Gitarre immer wieder an der Leine knarzend in die freie Wildbahn. Letztendlich ermüdet aber trotz aller Stärken die absolut eindimensional gehaltene, monoton und simplizistisch-repetitiv programmierte Rhythmusarbeit phasenweise so sehr, dass einfach nicht die mögliche Euphorie aufkommen mag und die 44 Minuten der Platte nur als liebenswerte Hintergrundbeschallung funktionieren. Juliana Hatfield Sings The Police ist also ein bisschen frustrierend geraten, weil es besser als nur gut hätte ausfallen können. Nicht nur Fans dürfen sich über die kaum essentielle Fingerübung dennoch freuen.

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