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Knoll & Autolith – Split

Knoll & Autolith - Split

Knoll brings the frenzied grind and Autolith brings the gloom. What more could you ask for.“ posaunen die beiden Bands aus Nashville für ihr Split-Gipfeltreffen hinaus. Im Grunde stapeln sie damit sogar noch tief, denn tatsächlich gehören die insgesamt drei Songs auf der EP – zwei kurze von Knoll, ein langer von Autolith – zum besten Material, dass die beiden Kombos zu bieten haben.

Gerade für Knoll bedeutet dies mit dem Momentum von Interstice im Rücken einiges. Gored Veil hält sich allerdings gar nicht erst mit relativierenden Gedankenspielen auf, sondern ballert die hasserfüllte Aggression im herrlich dreckigen Sound aus allen Rohren. Die Gitarren klingen wie ein Math-Virus, die Rhythmussektion wie eine bestialische Urgewalt, die Vocals pressen aus dem Morast – die Dringlichkeit des vom Langspieler bekannten MO ist in den roten Bereich provoziert.
Aus der zuerst noch imposant bedienten Komfortzone bricht Lapse of Apothegm unmittelbar aus: Knoll tauchen mit Saxofon in den Nebel eines diffusen Noir-Jazz-Alptraums, bevor der Grind als Dampfwalze mit okkult-beschwörenden gutturalen Gröhlen und garstigem Fauchen den Nihilismus zelebriert – mit einem zu abrupten Ende.

Auf der anderen Seite der Split lassen sich Autolith von diesem Kraftakt nicht einschüchtern, sondern spannen die Muskeln des Sludge für Glass Hive mit brutaler Death-Kante an. Sie grooven mit tonnenschwer Wucht, legen die Melodiebögen überraschend weit aus und sich nach und nach auch ambienter in die Atmosphäre zurück – nur um im Post Metal a la Cult of Luna zu einer fast orchestral erhebenden Größe zu wachsen.
Das ist nach zwei tollen Kurzformaten vielleicht nicht unbedingt originär, aber ästhetisch imposant und eine ziemliche Machtdemonstration hinsichtlich des Songwritings. Insofern stimmt es: was will man mehr?

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