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Krukh – Черный Свет

Krukh - Черный Свет

Das transnationale Trio Krukh legt seinem Debütalbum Безглуздість! aus dem vergangenen Jahr mit der EP Черный Свет – russisch für Black Light – einen den Atmospheric Black Metal-Weg weitergehenden Appendix nach, kommt aber diesmal nicht befriedigend zum Ziel.

Während Markov Soroka mit all seinen unzähligen Projekten aktuell primär mit dem Umzug zu Prophecy Records beschäftigt scheint – und nebenbei die gefühlt tausendste Variant-Auflage des Tchornobog-Debüts von 2017 auflegt -, geht es im Verbund mit N. Salimbayev (Leadgitarre) und S. Eldridge (Drums) also nach langer Vorlaufzeit mittlerweile betont schneller. Und das obwohl die Umstände es vorab nicht gut mit Черный Свет meinten: „Unforeseeable difficulties including the theft of a studio laptop and hard drives on the road has given new-found vigor to create. Rather than cast the two into the void, we have decided to create this release using scavenged parts. Черный Свет is broken up into two parts, making it the shortest conceptual release to date.

Deswegen ist Черный Свет nun vielleicht zwangsläufig ein relativ unausgegorenes Genre-Aufguss geworden, der vordergründig durch seine Ästhetik Reibung erzeugt:  Das Soundbild der Platte geht im bedingungslos unterproduzierten Rauschen unter, hat auf den Drums und Gitarren niemals den Druck, den der große Albumbruder erzeugen konnte. Eine ambivalente Entscheidung, die die stimmungsvoll dichte Atmosphäre noch garstiger in den Dreck zieht, aber praktisch kaum Momentum erzeugt.
Rein kompositionell sind die beiden neuen Nummern zudem nur überdurchschnittlich solide Stücke, die anderswo bereits überzeugender gehört hat. Eben auch auf Безглуздість!, das hier deswegen durchwegs seine weniger zwingende Fortsetzung findet: “With certain leaning towards the debut’s melancholic-yet-aggressive sound, the release is meant to further express existential frustration through a first person narrative.

In Part I des zweiteiligen titelstiftenden Gespanns scheint bereits jedes Element hinter einem anderen zu verblassen – egal ob es die tackernden Blastbeats, die keifenden und brüllendem Vocals oder die sägenden Gitarren mit ihren kaum wahrnehmbaren, aber eigentlich hymnischen Melodiebögen sind. Es ist zwar toll, wie die Nummer kurz in einen gregorianischen Part zu kippen scheint, dann aber doch lieber wieder in das flehentlich-leidende Hämmern umpendelt. Letztendlich bleibt alles durch die Inszenierung aber auch unverbindlich und lässt das Songwriting beliebiger wirken, als es eigentlich ist.
Part II beginnt galoppierend, beschwört dann aber doch symphonischer, wechsel das Tempo und die Psychose in seiner Dynamik, kotzt und rotzt, ruft aus dem Äther, kann dabei jedoch seinen fragmentarischen Entstehungsprozess nicht mit einer restlos schlüssigen Kohärenz oder dem Charme der Impulsivität aufwiegen. Das legt den Schluß nahe, dass Krukh zumindest unter den gegebenen Umständen eventuell einen Gang langsamer im Tatendrang schalten und das verlorene Material sorgfältiger neu aufarbeiten hätten sollen.

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