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Matt Heafy – Toss a Coin to Your Witcher

Matt Heafy - Toss a Coin to Your Witcher

Heavy Metal im Fantasy-Modus: Trivium-Frontmann Matt Heafy startet eine Reihe an Solo-Song-Veröffentlichungen mit einer ausformulierten Studioaufnahme von Toss A Coin To Your Witcher.

Von der ersten Staffel der Netflix-Serie The Witcher ist neben vielversprechenden Ansätzen inmitten eines zu hastigen, überambitionierten Handlungsbogens, schwachen Special Effects und einem extrem durchwachsenen Finale ja vor allem eben jener folkloristische Song hängen geblieben: Toss A Coin To Your Witcher ist ein unfassbar hartnäckiger Ohrwurm.
Dass in dem Stück nicht nur die ideale Song Contest-Nummer schlummert, sondern potenziell auch das Herz eines Classic Metal Songs, hat Matt Heafy bereits im Dezember über eine Acoustic Version erkannt: „After about a thousand messages across social media, I decided to do a proper cover of “toss a coin to your Witcher” from the Witcher Netflix series. The messages were quite incredible – everyone thought it had to be me on the series! I was blown away. This is the live performance/ live learning of the original song. (…) With this song – I intend to do a “full band” reimagining of the tune. I’m going to make it sound like something Trivium would do as if it were an original of ours. So this is after a few hours of listening (for the first time), jamming the song, then going for it live. I’m obviously belting it the F out – as the mic was peaking on the higher register. This song is incredible. It reminds me of something that could have been off the Chemical Wedding album by Bruce Dickinson… if it came out in the age of baroque lute music.

Nun also ist die Version im „Band“gewand nach einigen Verzögerungen fertig. Und während man sich noch wundern kann, weswegen eine von der Intention bis zur Ausführung derart dezidiert für die Kundschaft von Trivium maßgeschneiderte Aufnahme unter dem Solo-Banner firmiert, werden Fans von Heafys Mutterschiff freilich sofort vertrauten Grund zur Freude haben.
Der 34 Jährige zupft stimmungsvoll in der ruhigen Acoustic, intoniert dazu überkandidelt pathetisch und mit dramatisch zusammengebissenen Zähnen phrasiertes, bevor ein nach 08/15-Metal klingender Einstieg der restlichen Instrumente so vorhersehbar wie möglich aus dem Baukasten kommt. Der Sound ist klinisch, die Virtuosität gegeben, aber zu langweilig und uninspiriert, Heafy ist eben vor allem ein kompetenter Profi.
Wenn die Drums zudem mit demonstrativ hoher Geschwindigkeit zu tackern beginnen und die Gitarre atemlose Soli zeigt, läuft das der hymnischen Ausrichtung zuwider und schadet der Melodieführung eher überladen, als dass es ihr nutzt. Hier ist also eine technische Expertise am Werk, die der simplen Stärke der ursprünglichen Nummer auch keine essentielle Substanz hinzugefügen kann, sondern nur ein muskelspielendes Blendwerk auffährt, dass nicht das anvisierte Spektakel bietet, sondern eine formelhafte, zumindest kurzweilige Makellosigkeit. Eben: In dem, was Heafy will funktioniert die irgendwo unkaputtbare Nummer – Fans werden daran sofort viel Freude haben.

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