HeavyPop.at

Metz – Acid / Slow Decay

Metz - Acid Slow Decay

Fast schon zu absurd, um wahr zu sein: Metz hatten mit Acid und Slow Decay in der Mottenkiste noch zwei Songs aus den Sessions mit Steve Albini lagern, für die andere Bands wohl ihre Sicherheitsgurte verkaufen würden.

Das Trio aus Ontario hat die zwei Nummern aber nicht nur nicht auf ihr drittes Studioalbum Strange Peace gepackt, sondern auch im Nachhinein anderen Resten aus dem Schneideraum den Vorzug gegeben. Daher Bandcamp am 1. Mai aber wieder auf jedwede Umsatzbeteiligung verzichtete und auch ihr Label Sub Pop jedem Gewinn an die Musiker weitergab – werfen Metz die Stücke eben kurzerhand nach Pay What You Want-Prinzip in die Manege.
Alles ein Grund, warum man die Attitüde und Ethik dieser Band lieben muß. Ein kaum schlechterer ist aber freilich ihr Noiserock, der mit konstanter Leistung zum besten gehört, was das Genre zu bieten hat. Nachzuhören eben auch auf den „neuen“ knapp sieben Minuten an purer Räudigkeit.

Acid is a song about having a fresh perspective, a newly widened outlook on the world and one’s life. Being shaken awake from a malaise and realizing there is no time for petty bullshit. Love what you love, love who you love! Embrace it and don’t wait.erklären Metz (mit durchaus ironischer Ebene, wenn man die lange hinausgezögerte Veröffentlichungsgeschichte der Nummer bedenkt).
Der Aufruf zur Unmittelbarkeit poltert jedenfalls tatsächlich sofort ätzend und rumpelnd los, die Gitarre und Rhythmussektion fällt übereinander her, prügeln die Dissonanz aber mit überspannter Manie zu einem fast schon hymnisch aufzeigenden Refrain – bei aller krachenden Eskalation haben Metz eben immer auch Bock auf Melodien, mögen diesen auch nur Augenblicke gegönnt sein. Deswegen rockt das irgendwo abseits der Inszenierung doch auch straight und griffig, bietet eine karge Schmissigkeit. Slow Decay führt seine psychotische Schlagseite dann sogar noch näher an die scheußlichste Seite des Pop, lässt aber die Perspektive des Punk wie ätzendes Adrenalin unter der Haube randalieren. Womit die beiden Nachzügler vielleicht nicht über der Substanz von Strange Peace stehen, dessen Stärken aber mit bisweilen furios vorbeirauschender Kurzweiligkeit noch einmal aufblitzen lassen. Dennch: Es wird gefühltermaßen langsam Zeit für Studioalbum Nummer4!

Die mobile Version verlassen