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Metz – M.E.

Metz - M.E.

Vor wenigen Wochen füllten Sub Pop etwaige Lücken in den Plattensammlungen von Fans der kanadischen Noiserocker Metz mit der chronologischen Compilation Automatleider ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Zumindest wird die EP M.E. nun allerdings  auch auf digitalem Weg nachgereicht.

Physisch war das neunminütige Kurzformat ja bereits erschienen: „The vinyl LP format of Automat included an exclusive bonus 7” single of METZ interpretations of three diverse cover songs, a glimpse of their wide-ranging and excellent taste. (…) Rejoice! And then also go listen to: a cover of Sparklehorse’s Pig, from a very limited 2012 Record Store Day split single originally released by Toronto’s Sonic Boom record shop; I’m a Bug, a cover of The Urinals’ art-punk classic, originally released on YouTube (not an actual record label) in 2014; and METZ’s previously unreleased rendition of Gary Numan’s M.E.

Aus Pig züchten Metz ein quietschend-rumpelndes, wuchtig randalierendes Biest mit gemein fiependen Gitarren und catchy zündendem Chorus, ohne jedes Gramm Fett und etwas mehr Zug zum Tor als das schon sehr fiese Sparklehorse-Stück, während das in die Distortion überdrehte I’m a Bug wie die schillernd-twistende Dampfwalze anmutet, für die Blurs 13 doch domestiziert genug war: 78 Sekunden ausgelassen stampfende Partystimmung, wenn man so will, dreckig, roh und direkt – aber mit weniger Proto-DIY-Garage-Sound als die Urinals das praktizierten.
Mit der Interpretation des Vertreters des durchaus visionären 1979er-Albums The Pleasure Principle entfernen sich Metz zwar thematisch von den Originalen mit Tierbezug („The Song is sung from the point of view of the last living machine on Earth“ so Numan), bleiben aber dank Mindhunter-Aktualität sogar noch näher am Puls der Zeit: Sie spielen den Wave-Klassiker der britischen Legende mit finster drönenden Gitarren, verzerrtem Gesang und nachvollziehbar neofuturistischer Melodie praktisch – wie jede der drei Nummern – in ihrer eigenen Komfortzone, ohne die ursprüngliche Essenz gravierend zu verändern.

Womit die drei Verneigungen vielleicht nicht sonderlich spektakulär verändert oder drastisch überarbeitet daherkommen, nicht per se essentiell sind, sich dafür aber umso stimmiger in den Metz-Kontext einfügen und gewissermaßen auch Rückschlüsse auf die DNA des Trios an sich zulassen. Insofern: Verdammt ordentliche Cover-Songs, die man als Fan endlich auch abseits der Vinyl-Kollektion Willkommen heißen darf und sollte, ohne deswegen in Euphorie auszubrechen. Rejoice, allerdings!

 

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