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Nicole Atkins & Marissa Nadler – Mr. Blue

Nicole Atkins & Marissa Nadler - Mr. Blue

Eine wundervolle Kombination: Marissa Nadler lässt sich für den Bandcamp Friday im April 2021 von Nicole Atkins zu einem Cover der 1959er-Hits Mr. Blue von den Fleeswoods verführen. 

Tracked on Valentine’s Day in the mids of an ice storm“ erinnert sich Nadler – wahrscheinlich klingt Mr. Blue in all seiner Verträumtheit deswegen derart andersweltartig romantisch, behutsam gezupft sinnierend, unheimlich wärmend und friedvoll. Die Kollaboration, eigentlich sogar Symbiose der beiden Musikerinnen tut jedenfalls vor allem Nadler und etwaigen Automatismen gut: Ihre Stimme fühlt sich sichtlich wohl vor dem ätherisch gehauchten, ambient aus der Zeit gefallenen und mit sanften Synth-Harmonien wiegenden Hintergrund des Duetts, das Organ von Adkins übernimmt absolut nahtlos. Dazu folgt das Gitarrenspiel von Milky Burgess dank der Expertise weniger dem typisch Goth-affinen Dark Folk, als vielmehr einer geradezu optimistischen, leichten und lockeren Nonchalance. Der subtile Minimalismus der Performance steht zudem ganz im Dienste der elegischen Melodie.

Mr. Blue passiert so in der Schnittmenge der Vorzüge der beiden Musikerinnen, wo Komforzonen sich reibungslos berühren und eine luzide Gefälligkeit der schlafwandelnden Stimmung sogar zuträglich ist.
Dass Nadler und Adkins dazu auch kleine, nun ja, Kunstwerke anbieten („These are the abstracted exquisite corpse-like paintings that Nicole and I made to go with the song. There are 50 unique watercolors painted during a lightening storm. I did the blues and she did the warm explosions. They are matted, and we will pick them out individually for you.They remind me of the end of the world in front of the ocean and planets and fires and energy.“), dürfte im Gegensatz zur Musik allerdings wohl nur für die wirklichen Hardcore-Anhöbger der beiden Damen relevant sein.

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