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One Step Closer – This Place You Know

One Step Closer - This Place You Know

Man kommt vielleicht wegen der Linkin Park-Referenz im Bandnamen, bleibt aber wegen der Melodic Hardcore-Qualitäten, die One Step Closer auf ihrem Debütalbum This Place You Know mehr als nur vielversprechend zelebrieren.

Die 2016 in Wilkes-Barre, Pennsylvania, gegründete Band ist seit ihren Anfängen immer melodischer geworden und weiß mittlerweile, dass Touché Amoré als erste Referenz Platz für Kollegen lassen, die neben Einflüssen wie Turning Point auch den Emocore von Sunny Day Real Estate kennen.
Dass diese anvisierten Assoziationen noch deutlich außerhalb der Reichweite von One Step Closer liegen, hängt untrennbar damit zusammen, dass This Place You Know keine annähernd ikonischen Szenen zu bieten hat. Im Umkehrschluss ist der knapp halbstündige Langspieler-Einstand des Quintetts aber auch eine Angelegenheit ohne wirklich schwachen Moment geworden, der zudem ein Trumpfass im Ärmel hat: Wo von I Feel So weg die Leidenschaft, das Tempo, das Riffing und die Melodien sitzen, während die Gitarren auch die texturierende Atmosphäre beherrschen, zeigt sich ab Lead to Gray, welches beinahe einen Schritt zu weit Richtung gefälligem Refrain geht, dass das Drumherum mit Spannung inszeniertem Zug nach vorne auf unkonventionelle Strukturen setzt, sich generell nicht in klassisch aufgebauten Schemen ausruht, sondern einige Wendungen und Überraschungen parat hält, die sich zudem allesamt ohne Forcierung so natürlich herbeigeholt anfühlen.

Gerade in der ersten Hälfte des Albums entstehen so sehr feine Momente – wie das zur hymnischen Geste tendierende, dann aber komplett zurückgenommen in sich gehende Leave Me Behind, die beißende Dynamik von Home for the Night und Pringle Street oder das melancholische Herzstück Hereafter.
Dass This Place You Know danach trotz solcher Vorab-Brecher wie Time Spent, Too Long und Chrysanthemum eher alles essentielle gesagt, denn auf wohlwollenden Durchzug (samt der Ahnung, wieviel intensiver und direkter das live zündet) schalten lässt, ist angesichts des ständig gehaltenen Qualitätsniveaus mehr als okay, zumal das starken Finale As the City Sleeps noch einmal alle Facetten der Platte auf ein Podest hebt. So stark wie auf den bisherigen, weniger „poppigen“ Kurzformaten ist das zwar leider nicht, den Status als Supportband könnten One Step Closer nach This Place You Know aber auch deswegen schnell gegen einen Platz im konsenstauglicheren Rampenlicht tauschen.

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