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Ihre ersten vier Studioalben habe sie ausnahmslos für sich selbst gemacht - während Lust for Life nun für ihre Fans entstanden sei, sagt Lana Del Rey. Und lächelt plötzlich nicht nur glückselig vom Plattencover.
Die auf Philip K. Dicks Roman Das Orakel vom Berge fußende Prämisse der Serie The Man in the High Castle ist im Grunde so faszinierend, wie die Ausführung des Amazon-Serienformates oft frustrierend zu wünschen lässt. Die dazugehörige, im Windschatten der zweiten Staffel unter der Schirmherrschaft von Brian Burton und Sam Cohen veröffentlichte Compilation Resistance Radio: The Man In The High Castle Album macht seine Sache dagegen von vorne bis hinten deutlich stimmiger.
Porches alias Ben Horowitz schließt auf seinem Debüt für Domino Records die spätestens auf 'Slow Dance in the Cosmos' initiierte Entwicklung zum Synthie-Popper nahtlos ab, kuschelt sich dabei aber schon zu reibungslos in seine verträumt durch die 80er wehenden Songs.
'Everytime geradeaus' nennen Jungbluth den Opener ihres furiosen Zweitwerks, geben damit aber weniger eine Geradlinigkeit in der Ausrichtung vor, als die schier atemlose Getriebenheit der Platte: Lovecult scheppert roh und giftig nach vorne, positioniert sich deutlicher als jede andere Veröffentlichung der Band im Noiserock und attackiert den Hardcore damit an der Grenze zu den vielleicht schmissigsten Songs des Trios bisher. Verschnaufpause gönnen sich die Münsteraner nach diesem imposanten Kraftakt jedoch keine - neben ihrem unermüdlichen Pensum an Live-Terminen schauen Jungbluth auch beim Heavy Pop Adventskalender vorbei.
Auf den Fehltritt folgt der stilistische Rückschritt, der mehr noch als in die richtige Richtung vorerst endgültig in die Banalität führt: Editors verbinden auf 'In Dream' die elektronisch-unterkühlte 80er-Ästhetik von 'In This Light and on This Evening' mit der poppigen Beliebigkeit von 'The Weight of Your Love'.
Ein bisschen vom Stil der Jackie O, 50er Jahre Doo-wop-Chöre, Saxofontöne gepaart mit rotzigem, punkigen Gesang - so überzeugt Ezra Furman mit seinen Boyfriends 2015 auf der neuen Scheibe 'Perpetual Motion People'.
Nicht nur weil sich musikalische Evolutionsgeschichten von Dylan Baldi und Nathan Williams weg von den LoFi-Alleinunterhaltern zu den Köpfen in vollwertigen Bandgefügen erstaunlich exakt spiegeln, muss man wahrlich kein Raketenwissenschaftler sein um zu erahnen, dass diese Konstellation perfekt harmoniert: Cloud Nothings und Wavves spucken in slackerhafter Kombination nebensächliche Ohrwürmer aus.
Vor knapp einem Monat veröffentlichten Hostage Calm ihr viertes Studioalbum und damit schien für viele die Pop-Punk-Welt wieder in Ordnung zu sein. 'Die on Stage' wurde von allen Seiten hoch gelobt und sogar als Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens bezeichnet. Doch diese Euphorie war nur von kurzer Dauer.
We Are Scientists pendeln sich nach vier Jahren Albenpause endgültig im unverfänglich routinierten Indierock ein. Das spektakulärste an 'TV en Français' ist dann auch definitiv die letztendlich kaum wahrnehmbare Gästeliste rund um Tim Wheeler (Ash), Anthony Rossomando (Dirty Pretty Things) und Rose Elinor Dougall (The Pipettes), wenn das amerikanisch/englische Trio mit einigen netten Hitansätzen daran scheitert, sich vom Bild des Relikts vergangener Tage zu emanzipieren.
Das AFI-Splitterduo Davey Havok und Jade Puget macht auch fünf Jahre nach dem Debütalbum jene Art von Musik, die man sich auf Cosplay-Conventions in der unter dem 80er-Motto laufenden Disco vorstellen möchte.










