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Die drei Engländer von Vondelpark hatten es seit ihren Anfängen in der aufstrebenden Rockband Lion Club bis hin zur Neuerfindung als aufstrebende UK-Synthieband nie eilig. Daran ändert sich nun auch mit dem so unaufgeregten, eklektischen Kleinod 'Seabed' nichts. Als würde James Blake mit The Xx einen Cafè del Mar-Sampler basteln.
Das sechste Phosphorescent-Album verarbeitet wieder vereinzelt-herausregende und so manch gefälliges Geplänkel auf Albumlänge zu einem gelungenen Gesamtwerk, dass sich andere so nicht leisten können. Etwaige Längen stemmt Matthew Houck eben immer wieder mühelos mit seiner berührend-charismatischen Stimme.
Mit den kleinen und größeren Hits auf 'Smoke Ring for My Halo' hat sich der Slacker aus Philadelphia zahlreiche neue Fans ins Boot geholt. Zwei Jahre später könnte es dem ehemaligen The War on Drugs-Gitarrist offenbar nicht egaler sein, ob diese auch weiterhin an Bord bleiben. 'Wakin on a Pretty Daze' treibt hemmungslos ausufernd um die Person Kurt Vile mit Songs, die sich durchschnittlich 7 Minuten lang Zeit lassen.
'Delta Machine' ist eine weitestgehend inspirationslose Nummer Sicher-Angelegenheit geworden, ein halbseidener Vorwand um wieder einmal die alten Hits in ausverkaufte Arenen bringen zu können und ziemlich sicher sogar das zweitschwächste Depeche Mode-Album der Post-Post Alan Wilder-Phase. Einzig: nicht nur nach dem Totalausfall 'Sounds of the Universe' weiß man das dreizehnte Album der Engländer trotzdem zu schätzen.
Drei Jungspunde aus - mittlerweile - London schreiben ihre eigene Evolutionsgeschichte: Post War Years revidieren ihren ungeschliffenen Lo-Fi-Einstand und starten mit dem synthetisch aufgestellten 'Galapagos' noch einmal von vorne. Unter der Hit-tauglichen und durch den Zeitgeist geschliffenen Oberfläche bleibt man aber weiterhin irritierend uneigenständig.
Wird die nach weitläufiger Meinung notwendige "Wiedergutmachung" für 'Valtari' womöglich ausgerechnet durch die Ambient-Metal-Band Sigur Ròs stattfinden? 'Brennisteinn' deutet jedenfalls bereits wenig subtil an, dass die Isländern mit 'Kveikur' so einiges an Aggression abbauen dürften.
Kompakter, melodischer, harmonischer, zurückgenommener: Sel Balamir lässt Amplifier nach der so ausufernden wie erschöpfenden Monumental-Zerreisprobe 'The Octopus' zur wohlverdienten Ruhe kommen.
Fischamend im Niederösterreicher Industrieviertel ist so ein Ort, an welchem sich zu einem Gutteil des Jahres Fuchs und Hase gern mal „Gute Nacht“ sagen. Eigentlich eine nette Metapher für Koexistenz, aber auch für nahezu tödliche Tristesse. Mantan als die momentan wohl dienstältesten der hiesigen Verfechter lauter Musik stellen sich dieser Lethargie mit ordentlich Hummeln im Hintern und Dreck am Stecken dagegen.
All jene, deren Explosions in the Sky-Alarmglocken bei den Stichworten Texas, Post-Rock und Instrumental losgehen, können wieder Platz nehmen. My Education bedienen sich auf ihrem fünften Album ebenso kompetent wie unoriginell wesentlich stärker bei anderen populären Vertretern des Genres.
Nichts gegen das durch David Bowie und Lou Reed geadelte 'No Balance Palace' oder das souverän die Stärken von Kashmir bedienende 'Trespassers'. Dennoch wagen die Dänen jetzt erst, zehn Jahre nach ihrer Meisterleistung 'Zitilites' mit 'E.A.R.' den insgeheim seit damals nötigen Schritt nach vorne, um ihren erhabenen Rock mit neuer Magie zu versehen.










