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Pixies – Beneath the Eyrie

Pixies - Beneath the Eyrie

Das aktuell größte Problem der Pixies ist gar nicht, dass das triumphale Comeback der Breeders mit All Nerve im vergangenen Jahr sowohl dem tollen Indie Cindy (2014) als auch dem gar nicht tollen Head Carrier (2016) ziemlich deutlich die lange Nase zeigte. Sondern, dass die Rückkehr der Indie-Institution durch Beneath the Eyrie mittlerweile endgültig wie keine sonderlich essentielle Idee wirkt.

Zwar ist as  das Niveau einer gefühlten Frank Black-Soloplatte als geschicktes Pixies-Imitat nach dem ernüchternden Vorgänger zwar wieder minimal gestiegen. Dennoch verdienen es nur ganz wenige Ausreißer der Platte in den weiteren Kanon der zumindest sehr okayen Erbverwalter-Nummern auf C-Seiten-Niveau der Heydays aufgenommen zu werden – gerade der Einstieg in Beneath the Eyrie ist sogar durchaus vielversprechend.
In the Arms of Mrs. Mark of Cain galoppiert nicht uncharmant mit mystisch-surrealer Schlagseite. Schade nur, dass sich die Nummer nicht erschöpfender und kraftvoller in ihren an sich vielversprechend aufmachenden Refrain legt – aber Tom Dalgety bleibt augenscheinlich ein suboptimaler Produzent für die Band.
On Graveyard Hill pflegt einen latenten The Cure-Vibe, ist eine simpel-flotte Rocknummer mit straight nach vorne gehendem Chorus und eindimensionaler Substanz – zudem zeigt Paz Lenchantin nur hier, dass sie abseits ihrer musikalischen Stärken auch als Komponistin eine Bereicherung für die Band sein könnte. Catfish Kate lässt sich locker von der Akustischen begleiten, führt eine nett-lockere Melodie zum nonchalanten Singalong und Silver Bullet probt den Spagat aus zurückgelehnt-spannend und aufbrausend-tagträumend, bevor Daniel Boone als angenehm sanfte kleine Intimität keinen Unterschied zwischen unspektakulärer Klasse und ein bisschen Langeweile macht.

Am anderen Ende des Qualitätsspektrums wird allerdings zugegeben eigentlich nur eine Szene zum tatsächlichen Totalausfall, wenn die Pixies glauben, besonders schrullig und unangepasst klingen zu müssen: Das schief rumpelnde This is My Fate setzt auf Slapstick-Percussion und einen Black, der versucht, so rauchig zu singen wie ein Klamauk-Cohen. Absolut verzichtbar, weil die forcierte Spielfreude ermüdend aufgesetzt wirkt.
Der Rest von Beneath the Eyrie ist hingegen zwar ebenfalls nicht wirklich gut, aber eben auch nicht explizit schlecht – viel eher praktizieren vier Veteranen mit dem Blick aufs eigene Konto schlichtweg verdammt viel egal-solide Indie-Souveränität. Das saftlose Ready for Love hat beispielsweise einen leichten Country-Einschlag und klaut sich seine kaum originelle Melodie im Vorbeigehen, das Gitarrenspiel von Santiago rettet die Banalität, die sonst so auch von David Duchovny stammen könnte. Soviel zur Opferbereitschaft und Hingabe der Platte.

Dafür stimmt zumindest die Dynamik weitestgehend. Long Rider wiegt den vielversprechend abholende 0815-College Rock-Drive mit harmloser Kraftlosigkeit in der Strophe auf und das dösende Los Surfer Muertos gibt den obligatorischen Mexiko-Outlaw, bleibt als purer Füller aber schwerfällig, ideenlos und gefällig. St. Nazaire zeigt als knackig-grölender Punkrocker mit Surf-Twist ebenso keinerlei Ambition zur Entwicklung, wie der unbeschwert davonlaufende Rock’n Roll von Bird of Prey, bevor das nebensächliche Death Horizon den versöhnlich-zurückgenommenen Epilog pflegt.
Material, mit dem sich laufende Tour-Setlisten unter den hauseigenen Standards und im Genre-Mittelfeld lieblos und pflichtbewusst auffüllen lässt, ohne den theoretisch vorhanden sein sollenden Ärger über den Weg der Band mit einer wie auch immer gearteten Leidenschaft zu verfolgen. Die Pixies hausieren mittlerweile eben unter dem wenig schmeichelhaft unter dem „Ferner liefen„-Banner. Dass da diesmal wenigsten mehr hängen bleibt als zuletzt, ist schon das Maximum an euphorischen Gefühlen, das das frustrierende Beneath the Eyrie transportiert.

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