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Portugal. The Man – Who’s Gonna Stop Me

Portugal. The Man - Who’s Gonna Stop Me

Portugal. The Man haben sich mit Weird Al Yankovic, the Last Artful Dodgr, Jeff Bhasker (bekannt für seine Arbeiten mit Mark Ronson oder Kanye West) sowie Paul Williams (der bereits für The Carpenters und Barbara Streisand tätig war) zusammengetan, um mit Who’s Gonna Stop Me eine Single für den Indigenous People’s Day, aufzunehmen.

Portugal. The Man und Yankovic kennen sich seit dem Bonnaroo 2013, dazu hat der Klamauk-Experte 2018 zwei Singles der in Portland ansässigen Alaska-Band geremixt. Nun also tun sich die Kumpels für den karitativen Zweck mit ernster Message zusammen, oder wie John Gourley ausholt: „This song is about fences and what they represent. They say barbed wire was the death of the cowboy. The end of the open range and pastures. Colonists came and sectioned up the land and we, along with their ancestors, continued to do that. We need to break down these walls. Music and art have always been a connector for us. We spent the past few years doing land acknowledgments on four different continents and we made a lot of friends. People with amazing perspective and talent. With the lyrical content, it just made sense to call and ask for their help.
Weird Al führt fort: „But yeah, this is without question a bit of a departure, certainly in terms of most people’s perception of me. I’m sure there will be some cognitive dissonance with folks who just assume I’m wacky all the time. But I approached this song exactly the same way I approached every song I’ve ever recorded — the only difference being that the words aren’t funny.

Über weite Strecken macht Who’s Gonna Stop Me seine Sache dann abseits der zugrunde liegenden sozialpolitischen Triebfeder auch musikalisch durchaus gut. Als Übung im aufgeräumten Minimalismus bestimmt ein reduzierter Beat das Geschehen, in der nur wenige atmosphärische Synthietupfer benötigt werden, um eine mystische Stimmung zu kreieren, die von einer enormen Eingängigkeit geprägt sind: Alles hier ist catchy, die Hooks und Melodien bleiben hartnäckig hängen, behalten sich vorerst aber eine gewisse – und vor allem auch gar nicht notwendigerweise aufdringliche – Exzentrik. Die Kopfstimmen aller Beteiligter scheinen phasenweise deckungsgleich, später begleiten ein paar Klaviersegmente das Geschehen, Portugal. The Man und Co. haben einen entschlackten Indietronic-Hit aufgenommen, der so lange gut ist, wie er die kleine Geste bedient.

Doch sobald der Klimax mit tribal-tauglicherer Percussion und austauschbarem Chart-Produktion stattfindet, und den Song nach Schema-F ausbrechen lässt, ist alle bis dahin getane Arbeit defacto diskreditiert. Mit einem Schlag hat Who’s Gonna Stop Me etwas enorm banales und generisches, die Nummer klingt plötzlich wie eine aufdringliche Grabbeltisch-Hymne für das nächstbeste Sport-Event von WM-Dimensionen, tanzbar, mit penetrant in die Höhe schraubenden Heliumstimmen und gestelzter Dramatik.
Dass die Nummer danach relativ versöhnlich verklingt, ändert nichts am bitteren Beigeschmack. Entgegen der Bandthese also kein neuerlicher „pinnacle of our career„, wer von der ursprünglichen Fanbasis nach Woodstock noch an Bord ist, wird Portugal. The Man aber auch diese Ambivalenz nicht übel nehmen.

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