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Sturgill Simpson – The Dead Don’t Die

Ohne Spoiler: Für den gleichnamigen Jim Jarmusch-Film ist die Sturgill Simpson-Single The Dead Don’t Die durchaus auf mehr als einer Ebene essentiell. Doch was kann der innerhalb der Rahmenhandlung hemmungslos gehypte Themesong nach dem Durchbrechen der vierten Wand so ganz auf sich alleine gestellt?

Natürlich verdammt viel: stilistisch irgendwo vor den luftigeren Ausläufern von A Sailor’s Guide to Earth (2016) platziert und deutlich näher bei Metamodern Sounds in Country Music verankert – und damit wohl eher nicht als Gradmesser für das kommende vierte Studioalbum dienend. Immerhin bedient sich Simpson hier einer durch und durch klassichen Country-Gangart, die mit der sanft angeschlagenen Akustikgitarre, der heulenden Western-Steel, generell getragenem Tempo, einer subtil begleitenden Fidel, latentem Honky Tonk-Piano-Twang und einem wunderbar gefühlvoll gecroont-schmelzenden Vortrag am Mikrofon auch an seine Arbeiten mit Tyler Childers denken lässt.
Well, that was the title of the film so I knew it had to be the title of the song. Just reading the scripts, and little anecdotes and takeaways from what I thought the real underlying message Jim was getting. It was different, because I usually write most stuff from the perspective of my own experience. It was fun, a lot of fun.“ erläutert Simpson die Hintergründe zu einem thematisch auf den Film abgestimmt Nummer, die sich lyrisch trotzdem ein klein wenig philosophisch mit dem Leben nach dem Tod auseinandersetzt, ein bisschen wemütig und tröstend, dazu mit einer emotional aufwühlenden Performance im Klimax.
Auch wenn Simpson eben grundsätzlich offenbar (zumindest auf Albumlänge) keine Lust mehr auf derart konventionelle, tradiotionelle Genre-Nummern hat – er beherrscht sie eben auch so meisterhaft wie nur wenige andere. Weswegen man sich The Dead Don’t Die (den Film) auch nicht antun muß, um The Dead Don’t Die (den Titelsong) genießen zu können. Dass es die Standalone-Single zudem nicht einmal auf den offiziellen Soundtrack geschafft hat, ist eine andere Geschichte.

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