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The Raconteurs – Live at Electric Lady

The Raconteurs - Live at Electric Lady

Zum 50 jährigen Bestehen der legendären Electric Lady-Studios startet ein Liveset der Raconteurs eine Reihe an Jubiläums-Veröffentlichungen, auf dem sich Brendan Benson, Patrick Keeler, Jack Lawrence und Jack White in absoluter Bestform zeigen.

Flankiert werden sie von Jim Jarmusch, der für das im EP-Format kommende Live at Electric Lady nicht nur das  Intro eingesprochen (in dem er von den „crazy molecules“ in den Räumlichkeiten schwärmt, dazu auch von der Musik und den einzelnen Bandmitglieder ganz allgemein), sondern bei der Gelegenheit auch gleich eine einstündige Dokumentation über die Session gedreht hat.
Die sieben Songs des Auftritts gibt es dagegen abseits der Vault Series von Third Man Records exklusiv via Spotify (deren Raconteurs-Top Listener der Show übrigens als Publikum beiwohnten), das Richard Hell-Cover Blank Generation gleich doppelt: Einmal im Anhang als bravere, saubere Studioversion, die zeigt, wie gut der Band das Original grundlegend steht – und dann eben noch innerhalb der Setlist als herrlich giftige Live-Aufnahme, die stellvertretend für jene euphorisierende Performance der Band an diesem Abend steht.

Das auf Help Us Stranger konzentrierte Material steht dabei zu jedem Zeitpunkt energisch über den Aufnahmen der drei regulären Studioalben. Bored And Razed setzt mit lärmendem Feedback und Noise-Einstieg schon zu Beginn ein Ausrufezeichen, zeigt dann eine immense Spielfreude im fetten, erdigen Sound, erzeugt so angriffslustig und hungrig ordentlich Druck und hat schlichtweg Bock und Biss. Level gibt sich überdreht oszillierend und lässt die Gitarren entsprechend wild von der Leine, während Old Enough einige PS zurückschaltet den Americana dann akustisch rumpelnd inszeniert. Help Me Stranger findet mit besonders schlacksigem Bass vom Lagerfeuer auf den Highway und das entspannt-melancholische Only Child bleibt eine der schönsten Nummern der Band. Schade nur, dass die Raconteurs bei dieser Steilvorlage nicht noch weiter in den Jam abbiegen – da kann das scharfkantige Sunday Driver noch so unterschwellig mit psychedelischen Tendenzen strawanzen.
Dennoch gilt: Nie zuvor, auch nicht auf Live at Third Man Records, war die designierte Supergroup derart nah – weil packend, zwingend, organisch und instinktiv agierend – an der hohen Erwartungshaltung dran, die man in die Raconteurs seit jeher steckt.

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