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The Violent Hearts – In Isolation

The Violent Hearts - In Isolation

Für Ex-Sharks-Vorstand James Mattock und The Violent Hearts nähert sich langsam aber sicher der Release des lange auf sich warten gelassen habenden Debütalbums – Everything and Nothing. Darauf deutet nach einer Neuauflage der Single Porcelain World nun auch das Bandcamp-Kurzformat In Isolation an.

Erst im April bekam der ursprünglich 2017 im Doppel mit Hex on Me veröffentlichte Song ein Video spendiert, das den vom Post Punk und Darkwave traditionsbewusst beeinflussten Brit-Indie Rock die nötigen optischen Eindrücke liefert, wenn das Erbe der Rakes und Rifles, Drums und Paddingtons, der Buzzcocks gar, mit einer Ästhetik zwischen den Vaccines und Glasvegas bedient wird, Rock’n’Roll mit leicht dunkler The Jesus and Mary Chain-Attitüde und schmissig surfender Mitternachtsorgel auftritt.
Recorded in our respective homes during the great lockdown of 2020. What else was there to do.“ wird als Beweggrund der Neuaufnahme lapidar hinzugefügt. Dabei macht die Aktion durchaus Sinn, weil die ursprüngliche Entstehungsgeschichte die aktuelle Lage der Welt gewissermaßen widerspiegelt, wie Mattock erklärt: „I wrote this song at a time when I was in a very similar situation to the one most of us are in now. A few years ago I found myself struggling to live in another country. I was cut off from technology and the outside world, with no money and nowhere to go. This went on for months and in that time I wrote the bulk of our album. This song’s a metaphor for a world stood still. Listening to it today, it conveys a strange new meaning.

Nun legen Mastermind Mattock, Bassist Carl Murrihy und der stets besonders okkult posen wollende Drummer Aidan Sin(clair) also auch eine Acoustic-Version nach, die die Coolness und Schmissigkeit der Nummer lockerer und leichter, entspannter und geradezu sonnig rumpelnd eben auch spartanischer ausgerichtet inszeniert. Die Assoziationen sind gerade eingangs nichtsdestotrotz direkt auf die Strokes und The Jam gerichtet.
Außerdem dient In Isolation freilich auch als Aufwärmphase für das Erstlingswerk, indem mit Strange Powers noch ein zweiter, neuer Song aufgefahren wird. Fast noch besser bekommt der flotte Rhythmus unter der munteren Akustikgitarre durch den verwaschenen Gesang eine psychedelische Note, während eine ungewohnt optimistisch gelöste Nonchalance über der unangestrengt eingängigen Nummer als unverbindlicher Sommer-Mixtape-Singalong schwebt – ein angenehmer Zeittunnel in die ausklingende erste Hälfte der Nullerjahre und ihrer vereinzelt nachtrödelnden Epigonen-Schmackerl.
Abwarten aber, ob Strange Powers letztendlich (in dieser oder einer anderen Form) überhaupt auf Everything and Nothing zu finden sein wird – und wann das Album tatsächlich erscheint. Seit den ersten Gehversuchen von The Violent Hearts sind (ungeachtet einiger anderer Spielwiesen von Mattock) ja immerhin auch bereits über sechs Jahre vergangen.

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