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Thou & The Body – Everyday, Things Are Getting Worse

Thou & The Body - Everyday, Things Are Getting Worse

Beinahe exakt zwei Jahre nach dem gemeinsamen Auftritt von Thou und The Body am Roadburn gibt es Everyday, Things Are Getting Worse nun auch in digitaler Form zu erstehen.

Auf Vinyl war der Mitschnitt der Show in der Koepelhal ja bereits 2019 in limitierter Auflage und mit anderem Artwork via Thrill Jockey erschienen. Was beide Versionen nun eint: Die Interpretation des Nine Inch Nails-Songs The Only Time fehlt sowohl digital als auch physisch – und setzt damit die Geschichte der raren Verfügbarkeit in der Achse The Body, Thou und Trent Reznor nach Now I’m Nothing konsequent fort.

Alle anderen Cover-Nummern des Abends – inklusive der beiden Thou-Originale Skinwalker und Diaphpnous Shift immerhin über die Hälfte der Setliste – sind allerdings auf Everyday, Things Are Getting Worse zu finden und (vielleicht nicht derart prägnant wie etwa The Chain, aber) allesamt grandios gelungen, von Well Fed Fuck (Born Against) und Prayer to God (Shellac) bis zum ausufernden Feedback-Schluss mit I Apologize von Prick.

Selbst wenn das Finale der Show in einem knapp 15 minütigen Noise-Meer ersäuft, zieht das Set einen Gutteil seiner Spannung auch aus einer erstaunlich kompakten Direktheit und einem definierten auftreten, das man gerade in der Eingangsphase (die sich ausnahmslos aus Material von Released from Love und You, Whom I Alway Hated speist) dann wohl doch dem Einfluss von The Body zuschreiben darf – dafür muß man aber auch das eindimensional quäkende, bisweilen arg nervtötende Psycho-Geschrei von Chip King in Kauf nehmen, das hier phasenweise noch penetranter agiert, als auf den regulären Ursprungswerken der Zusammenkunft.

Gut also, dass ein herrlich perfider Bryan Funck den Großteil der Vocals mit seinen garstigen Hass-schleuder-Stimmbändern dominiert, während die kooperierenden Bands dahinter ihren Moloch aus Doom und Sludge fast schon absurd brillant auf den Punkt kotzen.
Praktisch pünktlich zur Absage des diesjährigen Roadburn via Bandcamp-Download aufgelegt, markiert Everyday, Things Are Getting Worse insofern eine Sternstunde des Niederländischen Festivals, deren Erlöse von Thou nun zudem auch einem „rad cause“ gespendet werden, ruft aber auch in Erinnerung, wie absolut wünschenswert eine Fortsetzung dieser Kollaboration wäre.

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