Bruce Springsteen – Streets of Minneapolis
„King Trump’s private army from the DHS/ Guns belted to their coats/ Came to Minneapolis to enforce the law/ Or so their story goes„: Der Boss spricht mit Streets of Minneapolis Klartext zu den Zuständen in den USA – mit einem Song, der sich vom mediokren Standard zum Ohrwurm auswächst ist.
„I wrote this song on Saturday, recorded it yesterday and released it to you today in response to the state terror being visited on the city of Minneapolis. It’s dedicated to the people of Minneapolis, our innocent immigrant neighbors and in memory of Alex Pretti and Renee Good. Stay free, Bruce Springsteen“, so der Boss im Begleitschreiben seines aus dem Nichts gekommenen Instant-Hits.
Man hört dem Song seine (angesichts der Umstände wohl notwendigerweise) überstürzte Entstehungsgeschichte an.
Mit dem Momentum auf seiner Seite ist Streets of Minneapolis bei aller devoten Fan-Liebe musikalisch gediegen plätschernder Heartland Rock mit immanenter Protest Folk-Note. Nett ausstaffiert (hier ein bisschen klimpernd, dort ein wenig Mundharmonika, die sporadisch auftauchenden souligen Backing-Ladies immer ein klein wenig zu dick auftragen lassend) und gefällig. Unaufregend und auf den ersten Blick gar arg harmlos.
Jedoch ist die Nummer auch mit einer extrem simplen, bei jedem Durchgang hartnäckiger sitzenden Hook versehen, die man letztlich einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt – ein gemütlicher, formelhaft angelegter Ohrwurm quasi. (Der an dieser Stelle alleine schon für seine Haltung ein Aufrunden der Bewertung erfährt).
Textlich neigt Springsteen dabei zum Pathos und agiert nicht so gewitzt, pointiert und bissig wie etwa Jesse Welles, positioniert sich aber mit nüchterner Klarheit auch mit chronistischem Blick auch dezidierter als beispielsweise Zach Bryan zuletzt. Ohne Metaphern attackiert der 76 jährige Trump, Stephen Miller und Kristi Noem unverblümt auf eine fast oberflächlich oder billig wirkende, jedoch eigentlich (unverblümt und frei von poetischer Grandezza) erfrischend direkte Art und Weise – wenn auch sträflicherweise nur die beiden prominentesten Opfer in Minneapolis namentlich erwähnend.
„Oh, our Minneapolis, I hear your voice/ Singing through the bloody mist/ We’ll take our stand for this land/ And the stranger in our midst/ Here in our home, they killed and roamed/ In the winter of ’26/ We’ll remember the names of those who died/ On the streets of Minneapolis“ singt Springsteen. „And there were bloody footprints/ Where mercy should have stood/ And two dead, left to die on snow-filled streets/ Alex Pretti and Renee Good„.


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