Eternal Champion – Friend of War
Nach vier langen Jahre gibt es mit Friend of War einen EP-Herold des noch in diesem Jahr nachfolgen sollenden dritten Studioalbums der Metal-Allstars Eternal Champion. Der hält einige Überraschungen parat!
Das nominelle Kurzformat ist bei einer knappen halben Stunde Spielzeit beinahe ebenso lange ausgefallen, wie The Armor of Ire (2016) und Ravening Iron (2020), obwohl Friend of War gerade einmal zwei Songs beinhaltet. Alleine diese Form diese Form nimmt dann eine signifikante Entwicklung der Band von Drummer Connor Donegan (u.a. Innumerable Forms), Jason Tarpey (Vocals) sowie den Sumerland-Kumpels John Powers (Gitarre) und Multi-Instrumentalist/ Produzenten-Ass Arthur Rizk vorweg.
Konsequent weit ausholend fächern Eternal Champion ihren epischen Heavy Metal für das 13 minütige Titelstück selbstbewusst auf, folgen Karl Edward Wagners Kane als Protagonist und legen ihr Songwriting als Nährboden für ein strukturoffenes World Building und Story-Telling an.
Friend of War gönnt sich gefühlt gleich zwei verschiedene Intros, um das Setting stimmungsvoll zu verorten, bevor das Riffing zu Welcome Home tendiert. Eine Art Fantasy-Action-Film im gediegenen Midtempo entfaltet sich. Eternal Champion attackieren später bissiger, werden progressiver und unberechenbarer, nehmen pastorale Chöre und Flamenco‘eske Gitarren mit. Ein wildes Abenteuer.
Den Rahmen schließt das Quartett dann wieder puristengiftiger, indem es (gar abrupt) in die ambienten Ausläufer des Einstiegs zurückfindet, um einer mystischen Tempel-Trance mit kontemplativ pulsierender Percussion beizuwohnen – die sich noch ein letztes Mal orgelnd zur zauberhaften Heaviness aufbäumt.
All dies passiert jedoch auch mit einer unausgegorenen gewissen Clusterfuck-Ziellosigkeit. Obwohl das folgende Yslsl ebenfalls bis zu einem gewissen Grad an dieser Tatsache krankt und zudem stilistisch flächendeckend mit der Erwartungshaltung bricht, ist das 18 minütige Instrumental das (noch) stimmigere der beiden Stücke. Wie Eternal Champion durch ein pastorales Stück Synth-Ambient schwelgen, das eher an Mike Oldfield, Vangelis oder Popol Vuh erinnert, als an heroische Power Metal-Gesten, ist als Soundtrack und Klanglandschaft jedenfalls faszinierend und einnehmend. Eine repetitive Minimal-Melodie entwickelt da irgendwann einen hypnotischen Sog, der als luzide Traum-Collage (trotz dezent erkennbarer Nahtstellen) wie selbstverständlich Harfen-Klänge, Seemanns-Szenarien und dunkel wummernde Abgründe vor dem inneren Auge erschafft.
Ob die Band damit die Ausrichtung ihres Drittwerks vorwegnimmt, oder das ästhetisch aus dem restlichen Rahmen fallende Material ausgelagert hat, darüber darf hiernach jedenfalls gespannt gemutmaßt werden.


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