JR Ewing – Everything Else

von am 24. März 2026 in Compilation

JR Ewing – Everything Else

Thirty Something Records und Primitive Records erinnern mit einer allumfassenden Neuauflage ihres Backkatalogs an die fabelhaften Osloer Rabauken JR Ewing, die sich zwischen 1998 und 2006 energisch zwischen die Stühle setzten. Teil der limitierten Komplettbox ist auch die Compilation Everything Else.

Diese hangelt sich (unweit des Sammelsuriums The Singles Collected von 2000, nur eben die Nebenbaustellen tatsächlich vollständig abdeckend) chronologisch entlang der Veröffentlichungen, auf denen die Osloer ihren Eklektizismus abseits ihrer drei Studioalben Calling in Dead (2000), Ride Paranoia (2002) und Maelstrom (2005) stilistisch nicht festnageln wollten.
Auf dem durch die vier Songs von Integritas Consonantia Claritas (1998) gestellten Einstieg in Everything Else tobt sich das Quartett etwa noch betont roh und ungeschliffen am harschen Screamo aus, während sie im Jahr darauf mit der SYC-Split Evaluating Pathetic Sacrifices sogar metallisch zu Helmet schielende Tendenzen im chaotischen Hardcore erkennen ließen. Auf dem Material der Zusammenarbeit mit This Machine Kills (2002) muss man dagegen an frühe Refused denken, bevor sich die Band gegen Ende hin – die weitere Karriere von Idol Lyxzen wohl durchaus im Auge behaltend – immer mehr zum Post Hardcore orientierte, und mit der Fucking & Champagne-B-Seite One Without the Other sogar einen kleinen Szene-Hit in ihrem Portfolio versteckte.
Dass das Ende des ansonsten erstaunlich rund fließenden Everything Else mit Big Exit viel zu abrupt in der Luft hängend entlässt, passt natürlich zur Geschichte der Underdogs, die hiermit einen verdienten Epitaph bekommen haben (der an dieser Stelle mit nostalgischer Fanbrille aufgerundet bewertet werden wird): Besten Dank dafür an Thirty Something Records und Primitive Records!

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