Rotten Sound – Mass Extinction
Keine Chance für die stille Zeit des Jahres: Die vier Finnen von Rotten Sound sprengen das Grindcore-Ventil zwei Jahre nach Apocalypse mit Mass Extinction wieder einmal in kompakter im EP-Format.
Das elfte Kurzformat der aktuell aus Keijo Niinimaa (Vocals), Mika Aalto (Gitarre), Sami Latva (Drums) und Matti Raappana (Bass, Backing vocals) bestehenden Gruppe rast mit der gewohnt energischen Intensität in gerade einmal 9 Minuten über die Ziellinie einer dem Verderben preisgegebenen Welt und übersetzt seine ökologisch-politische Agenda in einen Abriss zwischen nihilistischer Aufbruchstimmung („Seeking for new direction in this world/ Caring for weaker beings is a virtue/ Opposition shall rise/ The perfect world will never prevail/ Wake up!“) und realistischer Resignation („Plastic reality/ Oily packaging/ Goods delivered/ Into our hands/ More rubbish/ Is to be created/ Recycle to feel better/ The circle never ends“).
Die acht atemlosen Explosion von Mass Extinction funktionieren dabei ganzheitlich, variieren ihre blastende Aggressivität mit individueller Ausrichtung trotz überschaubarer Individualitä. Und die brutale Dynamik wiegt die relative Entwicklungsresistenz des Quartetts ansatzlos auf, wo die Energie und Attitüde schwerer wiegt, als das Songwriting an sich.
Doch Recycle tackert nach bester Nasum-Manier und schaltet in den breitbeiniger rockenden Modus, damit Ride of the Future noch frenetischer ballern und Gone punkig galoppieren kann. Polarized kotzt sein Riff in die headbangende Heaviness, derweil Brave New World die Drums nebst dem Gemeinschaftsgefühl in den Fokus rückt. Empty Shells tendiert zum Groove und Idealist setzt sich mit Call-and-Response unter Strom, bevor sich der mit fast zwei Minuten Spielzeit geradezu epische Titelsong doomig über die Geschichte einer verbrannt Erde schleppt.
Was Mass Extinction zu keinem (derartigen) Highlight der Rotten Sound‘schen Diskografie macht, sehr wohl aber zu einer rundum starken Ergänzung.


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