Ad Nauseam – Live at Roadburn

von am 13. Dezember 2025 in Livealbum

Ad Nauseam – Live at Roadburn

Am 22. April 2023 – also unlängst nach ihrem Graz-Gastspiel – sind Ad Nauseam am legendären Festival in Tilburg aufgetreten. Einen hervorragenden Mitschnitt davon gibt es nun in Form von Live at Roadburn.

Es bleibt ein kleines Mysterium, warum die im superben, kraftvoll und differenziert ausgeleuchtete Sound eingefangene (das anwesende Publikum am Rande mitnehmende) Konzert-Aufnahme nicht ganz das überbordende Maß an Begeisterung entfacht, wie es Imperative Imperceptible Impulse praktisch jedes Mal aufs Neue tut.
Immerhin brachte das Italienische Quartett ihr Meisterwerk von 2021 in chronologischer Gänze praktisch makellos auf die niederländische Bühne, mit manischer Konzentration und dichter Vehemenz – die Zühel phasenweise dezent enger ziehend, den Rahmen weiter ausholen lassend. Nachdem Sub specie aeternitatis erst einmal aus dem ambienten Noise-Alptraum beschworen wurde, entwickelt dies eine betont harsche, ruppige Charakteristik, was die technisch virtuose Prägnaz des Technical Death Metal dreckiger und ungeschliffener wirken lässt – und alleine insofern schon für ein individualisierenden Unterschied zu den Studioversion der Nummern sorgt.

Aber auch wie das Finale des Openers wie aus einem gregorianischen Caverncore-Morast gezogen wird, ist exemplarisch: Der tief chantende Kehlkopf-Gesang bekommt in seiner beschwörenden Intensität live eine besonders beeindruckende Präsenz und wird prominenter eingesetzt, bevor die Band in einen langen, hypnotischen Übergang zwischen ihren labyrinthische Kompositionen eintauchen. Same Same But Diffferent also, eine andere Körperlichkeit zeigend.
Oder: Andrea Petucco, Matteo Gresele, Andrea Stefani und Matteo Bernardelle bilden einfach eine überragende, rauschhafte Ausnahmeband, die die Balance der Detailgenauigkeit hier mit einem Mehr an roher Energie aufwiegt. Das auf 300 Vinyl-Exemplare limitierte Live at Roadburn ist insofern ein seine ideale Vorlage mit individueller Relevanz reproduzierendes Pflichtprogramm, kommt im Zweifelsfall aber dennoch nicht ganz an die sauber arrangierte Produktion des regulären Albums heran, dessen organische Perfektion dem Material einfach eine noch beeindruckendere Statur verleiht.

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