After – After EP 2
Mittlerweile weiß man: After EP 2 sowie sein weniger Monate alter Vorgänger sind aus jenem Revival-Holz geschnitzt, das man bei rym durchaus zu schätzen weiß – und bei Pitchfork eher nicht.
Ungeachtet dessen gehen Justine Dorsey und Graham Epstein auf ihrem zweiten Kurzformat den bekannten Weg des „y2k music“-Worshippings hinter dem wieder steril generierten Artwork gleich mit Deep Diving nahtlos weiter, addieren hier und da vielleicht ein paar zusätzliches Scratches, erstellen mit ihrem Händchen für leichtfüßige, betörende Eingängigkeiten aber immer noch als unbedarfte Indietronic-Ladebildschirme oder Untermalungen für Teenieserien vor der Jahrtausendwende.
Auf Gesamtsicht gesehen ist der Trip Hop dabei nicht nur hier ein wenig zugunsten des Poprock verschoben worden, derweil sich After EP 2 grundlegend homogener und runder, wenngleich stilistisch und ästhetisch weniger variabel und abwechslungsreich gestaltet, als sein Vorgänger.
Outbound ist der der Soundtrack für ausklingende Sommer, die schon zu viele Michelle Branch-Standards erfahren haben und das harmlose Close Your Eyes wird sehr gefällig in Score-Arrangements gebettet. Die Produktion sitzt mit moderner Handwerkskunst, das Songwriting ist auf unspektakuläre Weise sehr solide. Womit After 2 trotz minimal verschobener Gewichtungen als bittersüße Fantasie über die Stimmung der späten 90er und frühen 00er-Jahre praktisch die selben Vor- und Nachteile zur Schau stellt, wie EP Nummer 1.


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