Gang of Four – No Kings Here!

von am 7. April 2026 in Single

Gang of Four – No Kings Here!

Es entbehrt (mit einem Blick auf ihre Nationalität sowie den eigenen Frontmann) natürlich nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Gang of Four nun No Kings Here! skandieren.

Was zählt ist allerdings, dass sich die legendären Postpunker ein Jahr nach ihrer Abschiedstournee – respektive rechtzeitig vor einer Handvoll neu angekündigter Auftritte – im Line-Up der Farewell-Shows der titelstiftenden amerikanischen Protestbewegung mit ihrem wohl besten Song seit Jahrzehnten anschließen.
Bassistin Gail Greenwood und Gitarrist Ted Leo ergänzen das Ur-Duo Jon King und Hugo Burnham insofern nahezu ideal, weil sie den Spirit der frühe Gang of Four-Heydays mit Dave Allen und Andy Gill ebenso authentisch wie effektiv wiederbeleben. Vital und traditionsbewusst, engagiert. No Kings Here! ist zackig und schmissig, schrammelt ebenso energisch wie funky und motiviert zu unzweideutig adressierten Texten, die mit mehr Feuer unterm Hintern geliefert werden, als man das der Gang noch zugetraut hätte.

Some call for revolution so they’re logging all the lines/ They’re praying for the rapture with a long gun on the side/ …/ They’re locking up the children and the brown skinned refugees/ They’re rewriting the future and they’re never saying please/ They cable tie the youth and they make up alibis/ They’re murdering the truth and they’re faking all the lies.“ heißt es in den Strophen, die einen gar zu simpel gestickten, zum sozialpolitischen Mitgröhlen animierenden Chorus tragen – was in Summe ein durch und durch gutes Anzapfen der angestammten Bandstärken erzeugt.
Allerdings zündet die Nummer nicht alleine über die Nostalgie-Ader, sondern blickt grundsolide nach vorne: Sofern Henry Rollins richtig liegt, und das Quartett tatsächlich ein ganzes Album in der Pipeline hat, kommt da angesichts der Messlatte No Kings Here! tatsächlich ziemlich viel Vorfreude auf.

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