Knocked Loose & Denzel Curry – Hive Mind
Während man selbst eher mit einer Danny Brown-Kooperation gerechnet hätte, spalten Knocked Loose ihre Basis stattdessen mit einem prominenten Denzel Curry-Feature auf dem polarisierenden Hive Mind. Auch gut!
„This is something we’ve talked about doing for a long time. We wondered if we could pull it off and who would be down. In the very beginning, we said for it to work, it would have to be Denzel Curry. „Because he gets it.“ sagt Bryan Garris über die Wahl des Rap-Gastes und erzählt bei Kerrang auch noch mehr über die Genre-vereinende Zusammenarbeit, die letztlich in einem vor Klischee-Texten und Nu Metal-Attitüde nur so strotzenden finalen Abriss enden: „When I say stomp, you gonna motherfucking stomp, bitch/ When I say jump, you gonna motherfucking jump, bitch“ skandiert Curry vor einer immer brutaler und heavier revidierenden Beatdown-Walze, die letztlich auch einen rasselnden Trap Beat zurück auf die Bildfläche schleust.
Den hat‘s unmittelbar nach dem Einstieg bereits als Red Hering gegeben: Zwar ballert die monströs fette Drew Fulk-Produktion mit massivst bolzendem Doublebass Gewitter plättend in den brutalsten Metalcore los, zu der Isaac Hale eine beherztes „Fuck it up!“ growlt, doch wollen Knocked Loose die Puristen unter ihren Fans gleich mal mit einer falschen Fährte in Panik versetzen – der kurze Hip Hop-Beat kommt aus dem Nichts und verschwindet ebenso unmittelbar wieder, bevor die (letztlich direkter als bisher zu Emmure schielende) Band direkt in den Windschatten ihres 2024er-Meisterstücks You Won’t Go Before You’re Supposed To einbiegt.
„I don’t care that you hate yourself“ wird zur Catchphrase, hinter der Knocked Loose auch gleich noch den catchy Chorus des unbedingt mitgröhlbaren Titels nachbrüllen: Hive Mind ist unglaublich plakativ, jedoch auch ein ziemlicher Hit.
Dass Curry nahtlos ohne wirkliche Kompromisse auf den auch vor einem thradhigem Solo nicht Halt machenden MO für eine Deklaration des Selbstbewusstseins aufspringt („Fuck your favorite band and favorite rapper/ You don’t wanna get it, ‚cause I don’t give a fuck“) ist dennoch ein Zankapfel.
Wo der Song die Gefolgschaft der Band mit Hate-it-or-Love-it-Vehemenz grundlegend wegen seiner Crossover-Veranlagung zu entzweien scheint, sieht die Sache eigentlich ambivalenter aus: Die Essenz von Knocked Loose wird durch das Feature nicht verwässert, sie bekommt durch die Kooperation tatsächlich neue Reize. Und dennoch wäre Hive Mind ohne Denzel Currys Rap alleine schon wegen der banalisierenden Texte tatsächlich ein noch besserer Track geworden.


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