Matt Berninger – Blue Monday
2025 hat sich nicht nur Ryan Adams an New Orders Klassiker Blue Monday verhoben, sondern auch The National-Frontmann Matt Berninger im Zuge seines zweiten Soloalbums (das hierdurch eventuell eine Deluxe Edition angeteasert bekommt?).
Ursprünglich im September des vergangenen Jahres exklusiv via Amazon veröffentlicht, ist die Interpretation von Berninger nun auch auf allen anderen gängigen Streaming-Plattformen verfügbar. Was jedoch, selbst mit Fanbrille betrachtet, ein bestenfalls durchwachsener Grund zur Freude ist.
Denn derart lustlos auf Autopilot geschalten agierend wie hier hat man den 54 jährigen mit seiner unverwechselbaren Charakter-Stimme nämlich selten zuvor gehört: sein Gesang wirkt geradezu apathisch unmotiviert und leidenschaftsfrei.
Dass der Mix der Nummer zudem frustrierend träge klingt, keinen pointiert-differenzierten Punch entwickelt und das nötige zwingende Momentum abseits der gediegenen Professionalität vermissen lässt, macht die Sache nicht besser – sondern nur noch harmloser. Es gibt keinen Druck, keine Wucht, keine Intensität.
Wobei die selben Erfüllungsgehilfen, die auch Get Sunk zu verantworten haben, an sich wirklich alles tun, um den längst in das Liveset von Berninger aufgenommenen Klassiker interessant zu gestalten.
Sie grundieren den inoffensiven Indierock mit akzentuierten Synth-Streichern und verstecken sehr detailverliebt arrangierte, smart oszillierend-verzierende Gitarren als geheimes Highlight im Hintergrund. Ganz am Ende tragen dann auch ätherische, chorale Echos weibliche Schattierungen bei und fügen dem ikonischen Blue Monday so neben dancepunk’esken Cowbells weitere individuelle Facetten hinzu.
Ja, das hätte richtig toll werden können – hätte nur jemand dem Protagonisten Bescheid gegeben.


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