Paleface Swiss – The Wilted

von am 9. Januar 2026 in EP

Paleface Swiss – The Wilted

Die gnädigen 28 Minuten ihres (je nach Zählweise) dritten Studioalbums Cursed haben Paleface Swiss bereits mit einer erschöpfenden Complete Edition ausgeweitet, nun lege sie auch noch mit der The Wilted EP nach.

Es macht schon Sinn, dass die Schweizer den Markt in einer konstanten Frequenz derart mit Material fluten. Immerhin hat man sich aus dem (rundum kompetent bedienten) Deathcore und Beatdown Hardcore kommend mittlerweile weitestgehend dem Nu Metal(core) verschrieben und versucht n den Nepotismus-Nutznießern von Vended den Rang als schamlosestes Slipknot-Imitat abzulaufen.
Wie dem auch sei: The Wilted EP hält das unterirdische Niveau von Cursed relativ mühelos – es schraubt den qualitativen Level der Eidgenossen womöglich sogar noch einmal um ein kleines Quäntchen weiter hinab.

Nach dem klischeehaften Fremdscham-Intro rühren Paleface Swiss ihre Formel aus zwingend abgepausten, brutal moshen könnenden Riffs, fetten Grooves, und grausam banalen Texten (intoniert von einer auf Corey Taylor machenden Stimme, die ihre Gefühle nicht im Griff hat und in der Willkür aus weinerlich gemeinten Emotion ebenso wenig authentisch klingt, wie bei der aufgesetzten Tough Guy-Attitüde) zu einem plakativ konstruierten Songwriting, das in seinen besten Szenen schon als solides Methadonprogramm taugen wird.

Doch diese sind rar gesät und werden von zahlreichen unsäglichen Entscheidungen mühelos überschattet.
Wie Withering Flower plötzlich einen unangenehm penetrant theatralischen Pseudo-System of A Down-Refrain an den Haaren herbeizieht, lässt das skandierbar tackernde Highlight Let Me Sleep als geradezu geschmackvolles Pit-Kerosin erscheinen, bevor der Gastauftritt von Stick to Your Guns demonstriert, dass eine Schippe stadiontauglicher Refrain-Austauschbarkeit aus dem Pop Punk den routinierten MO von The Wilted locker noch desaströser ausschwenken lassen kann, bevor der melodisch schwelgende, zugegeben sehr konsequente Offenbarungseid Everything Is Fine balladesk flehend so repetitiv vieles falsch versteht, was schon bei Killswitch Engage ein Wandeln am schmalen Grat zum nervtötenden Pastiche darstellt.

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