Phiz & Ultha – A Tribute To Ministry

von am 23. Februar 2026 in EP

Phiz & Ultha – A Tribute To Ministry

Das auf den ersten Blick überraschende (auf den zweiten aber alleine durch personelle Bande Sinn machende) Gespann aus den Psychedelic Hardcore‘lern von Phiz und den Black Metallern Ultha verneigt sich gemeinsam vor Ministry.

Sowohl die Düsseldorfer als auch die Kölner nehmen sich für das physisch auf 400 + 100 Stück limitierte Zusammentreffen Songs aus den Heydays der Band von Al Jourgensen vor, widmen sich aber quasi dennoch entgegengesetzten Seite des Spektrums.
Stigmata, der aus unter anderem Miami Vice oder Rumble in the Bronx bekannte Semi-Hit vom 1988er Album The Land of Rape and Honey, ist bei Jourgensen bekanntlich kaum beliebt – seiner Meinung nach generell zu simpel angelegt ärgern ihn bei der Nummer ja vor allem auch die gesampelten Gitarren.
Weswegen ihm die in den Postpunk gerückte Version von Phiz durchaus gefallen könnte. Die ziehen die Spannungen nämlich etwas enger an, zappeln und poltern rumorend groovend um das Stakkato des dunklen Riffs, deuten eine halluzinogene Patina zumindest vage an, und finden entlang der vorgegebenen Monotonie auch finalen Genieblitz relativ zwingend zum Punkt. Nicht übel!

Ultha nehmen sich mit Filth Pig dagegen den mit selbstreferentieller Historie („They had the idea that I’d had sex with a cow on stage in Houston!“) ausgewiesenen Lieblingssong des Ministry-Bosses vom gleichnamigen 1996er-Langspieler vor.
Sie gehen die Nummer, die Helmet quasi die Industrial-Fratze zeigt, atmosphärischer an, und sägen über eine grungige Grundstimmung, bei der die getragene Heaviness stoisch zu doomigen Tendenzen schwelgt. Im lange hinausgezögerten Ende heulen Ultha revidieren die Direktheit. Was auch sehr cool ist.
Das Problem ist dabei ein ähnliches wie bei PhizStigmata, nur noch ausgeprägter: Ihr eigenes Material steht Ultha einfach viel beeindruckender, als die Interpretation eines Klassikers, an dem man sich nur zu leicht verheben kann. Als Fan kommt man an diesem (vielleicht sogar sehr) guten Doppel (auch, wenn die – aufgrund der ausbleibenden Begeisterung – womöglich etwas zu streng wirkende Bewertung anderes suggerieren mag) jedenfalls nicht vorbei!

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