Puma Blue – Croak Dream

von am 3. April 2026 in Album

Puma Blue – Croak Dream

Jacob Allen aus Greater London fächert die eklektische Wohlfühlzone Puma Blue nach der 2025er-Zwillingsgeburt antichamber und extchamber mit seinem Fünfwerk Croak Dream angenehm für ein breiteres Publikum auf.

Hinter dem leisetretenden Weichzeichner genügt es dafür eigentlich, dass der auf eine so unbedingte Intimität setzende Brite sein leicht psychedelisch verschmustes Amalgam aus Trip Hop, Bedroom Pop und Alternative R&B diesmal ein klein wenig abwechslungsreicher auf einer breiteren Basis balanciert, und im Sound dezent runder ausformuliert angelegt hat – und sei es nur, weil die (mal subtilen, mal offenkundigeren) Referenzen an Vorbilder wie Massive Attack, King Krule, Cigarettes After Sex oder The Xx dadurch klarer erkennbar werden und mit dem direkteren Naheverhältnis auch die vermeintliche Massentauglichkeit gestiegen ist.

Nachdem Desire seinen Spannungen dringlicher aufgebaut hat (als es die Intensität der restlichen Platte wahrhaben will), fällt nur der Minimalismus des über dem Hall freistehende Beat im elektronisch erzählten Mister Lost dezent ab (weil Jaded mit seiner sanften Club Ästhetik dagegen später auch wie ein Morcheeba-Remix weitaus homogener eingefügt betört), bevor Croak Dream seine Facetten unendlich nuanciert verschiebt.
Das relaxte Schmusen Hold You bekommt durch – zumindest in Relation zur restlichen Harmlosigkeit aller Elemente – abrasive Bläser beispielsweise ein noch jazzigeres Ambiente, was auch für den sedativen Groove der mitternächtlichen Wohlfühlzone (Fool) gilt. Das Titelstück Croak Dream hat dagegen in seinem halluzinogenen Drive mit Acoustic-Tendenzen a la In Rainbows ein rockiges Flair und Hush spielt seine Noir-Klaviatur von Radiohead somnambul zu Portishead. Die sparsame Reduktion Heaven Above, Hell Below plätschert irgendwann mit flehender Kopfstimme im Bandsound. Und Cocoons driftet exemplarisch verschwommen zur dramatischen Tricky-Zeitlupe Yearn Again.

Was alles unkompliziert und kaum herausfordernd sein mag, aber auf bezaubernde Weise auch so schön, so einfühlsam und so angenehm einnimmt.
Am besten gerät dennoch das simpel gehauchte Silently mit seiner entwaffnenden Hook, auf die sicher auch James Blake stolz wäre. Wo die Melancholie stets auch Hoffnung und Trost findet, bringt der entwaffnende Ohrwurm-Charakter Croak Dream hier nämlich auch eine zwingende Eindringlichkeit mit, die die gleichförmige Intensität der Platte auch über ihre Grenzen hinaus nachwirken lässt.

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