Smote – Clyppan

von am 4. Dezember 2025 in Livealbum, Sonstiges

Smote – Clyppan

Smote sind vor allem eine fabelhafte Live-Band und in ihrer aktuellen Daniel Foggin destilliert diesen Umstand nach aufmerksamkeitsgenerierenden Auftritten am Supernormal, Supersonic oder Roadburn mit der furiosen Studio-Session Clyppan.

Dem passend betitelten („‘Clyppan’ is an Old English verb meaning “to embrace” or “to clasp.” It also referred to an ancient ritual in which people gathered in a circle, singing together around a sacred shrine.“),  mit Produzent Wayne Adams am 22. Jänner 2025 im Bear Bites Horse Studio aufgenommen Mitschnitt gelingt es einzufangen, warum Smote vor allem auf der Bühne eine gewisse Begeisterung vor dem versammelten Publikum entfachen können: der Sound von Clyppan ist schroff, direkt und mächtig, erzeugt eine konzentrierte, dringliche und druckvolle Prägnanz, die den regulären Studioalben der britischen Gruppe um Foggin in dieser Präsenz abgeht.

Wie Drommon Pt. 1, das Quasi-Titelstück von Drommon, erwacht, um sich mit psychedelischer Orientalin einzugrooven, führt das Stück mit einem Mehr an Körperlichkeit jedenfalls deutlicher an seine Ideallinie. Das Quartett stapft flötierend, begegnet fuzzigen Wah-Wah-Halluzinationen, lässt sich aber vor allem von einer instinktive Kraft leiten, und treibt das Stück in einen Rausch, wie es an sich nur Musik kann, die dem Jam entlang blinden Verständnisses aller Beteiligten zu klaren Ideen folgt, ohne dabei von starren Mustern in ein Korsett gezwängt zu werden oder Gefahr zu laufen, als Selbstzweck zu mäandern.
Smote haben das Spiel mit Dynamiken, Intensitäten und Spannungsbögen heraus, legen hier noch eine Schippe an massivem Doom-Riffing nach oder tanzen dort schamnistisch um die Feuerstelle des rituellen Exzesses – in der Unmittelbarkeit einer Live-Session ebe noch zwingender als sonst.

Das von A Grand Stream stammende, unwiderstehlich shakende, die Vocals im Auge des Sturms transzendent regierend lassende The Opinion of the Lamb Pt. 1 folgt diesem Muster ebenso wie das vehementer angelegte, sich am Noise schrubbende Genog-Stück Banhus. Lof bremst dazwischen wohl überlegt aus, atmet als schamanistische Folk-Trance in die Heaviness schreitend durch, derweil der Gesang irgendwann wie aus einem beschwörenden Druiden-Dunstkreis gen Shrinebuilder aufsteigt – und Smote das Gewicht immer weiter aufschichten.
Auch ohne Publikum als Resonanzkörper ist die enorme Energie, die die eklektische Projektionsfläche von Foggin dabei generiert, sehr beeindruckend. Dem Ratschlag der Plattenirma kommt man insofern nur zu bereitwillig nach: „So gather together. Form a circle. Join hands. And embrace the ecstatic, untamed energy of Smote in their most untethered and primal form.

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