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Turnstile – Turnstile Love Connection

Nach einem aus dem Rahmen fallenden Kooperations-Intermezzo mit Mall Grab bringen Turnstile sich via Turnstile Love Connection wieder als eklektische (Post) Hardcore-Fackelträger in Position.

Keine Ahnung, was genau der Masterplan hinter dem 45 sekündigem No Surprise ist, das als mit Synthies flimmerndes 80er-Esoterik-Ambient-Interlude mit abruptem Ende und irgendwie doch eingängiger Linie durchaus überrascht. Die generelle Agenda von Turnstile Love Connection scheint dagegen klar erkennbar: Das Quintett aus Baltimore drosselt das Tempo und betont das Post vor dem Hardcore deutlicher denn je, Snapcase oder Quicksand stehen heute deutlicher Pate für ein wie immer griffig und catchy hängen bleibendes Songwriting.
Holiday entleiht seinen Bass gar aus dem Postpunk für einen riffrockenden Ohrwurm, der sich zwischen einem gezügelten Hang zur Heaviness und flottem Punkrock-Drive bewegt. Mystery funkelt vorne und hinten zwar als Rollenspiel-Ladebildschirm, ist dazwischen aber ebenso ein im Midtempo platziertes Stück Abgehangenheit, bevor nur der Quasi-Titelsong T.L.C. (Turnstile Love Connection) ausnahmsweise aufs Hardcore-Gaspedal tritt – sich den Hang zum knackigen Stadion deswegen aber ebenso wenig verkneifen will, wie eine subkutan skizzierte Hip-Hop-Club-Tendenz.
Mögen die acht Minuten der EP aufgrund einer latenten Unverfänglichkeit auch nicht restlos auf dem Niveau von Time & Space angelegt sein, ist die Rückkehr von Turnstile auch aufgrund der verschobenen Bezugspunkte gewohnt erfrischend und kurzweilig, einfach unterhaltsam. Glow On kann also gar nicht bald genug kommen.

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