Alan Sparhawk – Alan Sparhawk Solo Band
Nach der Verleugnungsphase White Roses, My God und der Trauer-Akzeptanz mit Trampled Bay Turtles in Form eines gerne übersehenen Meisterwerks, markiert die Mini-EP Alan Sparhawk Solo Band nach dem Loslassen von Low gewissermaßen das Weitermachen in einem (von politischer Dunkelheit überschatteten) Leben nach Mimi Parker.
Seinen Titel wie eine abermalige Erinnerung daran tragend, dass das beste Album des Jahres 2025 kein Solo-Werk war, hat Sparhawk (Guitar/Vocals) nun seinen Sohn Cyrus als Bassist und dem Retribution Gospel Choir-Kumpel Eric Pollard an den Drums um sich versammelt, während Trampled By Turtles unter anderem im Sog von Zach Bryan weitergezogen sind.
Das Trio stellt jedoch – die Oxymoron-Namensgebung ebenso sinnvoll erscheinen lassend – gefühlt eher ein lose stehendes, naturalistisch wachsendes und organisch wirkendes Kollektiv dar, das bereit ist, sich weit hinter den Frontmann zurückzunehmen.
In JCMF spielt die Alan Sparhawk Solo Band einen lose zusammengehaltenen Hybrid aus Art und Noise Rock als dystopisch polternde Kontemplation, wobei das rumpelig aus dem Leim zu gehen drohende Gefüge ein bisschen wie The Great Destroyer aus der Perspektive eines jungen Nick Cave wirkt. „When Jesus come back/ All you motherfuckers are gonna pay“ beschwört Sparhawk mit bedrohlicher Schärfe – und Mann, ist das ein kleiner Fiebertraum von einem ästhetisch fast schon doom-dronig keimenden Folkrock-Ohrwurm!
„This is a song I’ve had for a few years, but couldn’t find the right way to play or record it. We started playing it last year in the Alan Sparhawk Solo Band, on tour, and with each month, the sentiment of the song only increased. I feel like the song has become a rebuke against the fascist/authoritarian streak that several world leaders have taken on and to the people who have been blinded into supporting them“ sagt der 57 jährige über ein vor kompakt aufgewühlter Energie nur so brodelndes, archaisches Stück, das inhaltlich mit schrofferer Kante und abstrakter Form dort weitermacht, wo No Kings (No Crown) Ende 2025 protestiert hat.
Danach geht die Alan Sparhawk Solo Band weiter in die intime Reduktion und überlässt ihrem Namensgeber praktisch alleine das Feld für ein betont optimistisches Kleinod. „No more darkness/ No more darkness, my love“ wiederholt Sparhawk das Mantra eines simplen, kleinen Minimalismus in repetitiver Ruhe. Die Gitarre plätschert, das bisschen Becken-Spiel gegen Ende ist bestenfalls subtil begleitend.
„Inspired by a David Lynch quote (“Don’t fight the darkness. Don’t even worry about the darkness. Turn on the light and the darkness goes. Turn up the light of pure consciousness. Negativity goes.”) This song reminds me to choose light in especially dark times. We were ending our set with this tune all year, and it is my wish for everyone, especially those who feel alone“ erklärt Sparhawk die Hintergründe einer Nummer, die man in einer noch spartanischeren LoFi-Darstellung bereits von der Compilation Passages: Artists in Solidarity With Immigrants, Refugees, and Asylum Seekers kennen kann. Hier in dieser neu überarbeiteten Version ist sie allerdings um dezente Nuancen besser.


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