Antenna – Rolling By
Dass Antenna mit Rolling By auf Last Ride Records gelandet (und damit Labelmates von Hardcore-Jungs wie Speed oder Secret World geworden) sind, ist nicht das überraschendste an der Standalone Single.
Viel eher ist es der Umstand, dass von der ungeschliffenen Punk-Energie und Dringlichkeit der selbstbetitelten 2024er Debüt-EP der Australier wenig über geblieben ist. Alles klingt nun bekömmlicher und gediegener, gemütlicher produziert, und einem soliden Songwriting, das auf einer schaumgebremst aufgewärmten Idee von High (2015) zu fußen scheint.
Vor allem singt das eigentlich so soulige Energiebündel Shogun ohne seine inbrünstige Trademark-Leidenschaft, eher gefällig als zwingend.
Dass er weniger agressiv intoniert, mag angesichts des Hintergrundes („This song is just about how many friends have passed in the last 10 or 12 years. It disturbed me. It was the loss of heroes and hope.“) und der melancholischen über Vergänglichkeiten sinnierenden Texte („Was on my way when I heard the sad news/ It’s been more than one or two/ And we drop like flies/ In days too wild for eyes/ Is this really all we do?“) schon verständlich sein. Und es passt ja auch – das Ergebnis ist (zumindest mit Fanbrille betrachtet) auch wirklich nett und catchy, angenehm zu hören und hat eine friedlich-unaufgeregt dahinlaufende, locker-unangestrengte Beschwingtheit, die beinahe etwas von einer Aufbruchstimmung zeigt.
Wie sich Antenna auf Rolling By mit einer breitenwirksameren Harmlosigkeit ein gutes Stück weit der Beliebigkeit anbieten, ist allerdings dennoch vor allem an den eigentlichen Stärken der Gruppe vorbeispielend ein kleines bisschen schade.


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