Blackbraid – Nocturnal Womb

von am 14. März 2026 in EP

Blackbraid – Nocturnal Womb

Die Ankündigung eines EP-Nachschlags zum verhältnismäßig enttäuschenden Blackbraid III ließ vorab nur bedingt Euphorie aufkommen – nur damit Nocturnal Womb einen Gutteil des Albums nun relativ mühelos in die Tasche steckt.

Der Ausschluss der beiden Tracks war nicht qualitativ bedingt, sondern kam aufgrund ästhetischer und konzeptioneller Überlegungen zustande, wie Jon Krieger alias Sgah’gahsowáh erzählt: „Nocturnal Womb and Celestial Bloodlust were the tracks too dark & visceral to fit the story of “Blackbraid III”. They exist on their own outside of the album trilogy via a standalone EP“.
Das macht Sinn, ohne dem Langspieler-Mutterschiff aus dem Vorjahr Blumen zu streuen: Hier herrscht wieder etwas mehr von jener zwingenden Intensität, die Blackbraid II zu einem Highlight von 2023 machte.

Eineinhalb Minuten baut sich das Titelstück atmosphärisch auf –  ganz zur Stimmung am (wieder optisch ansprechenden) Cover passen – und wetzt  dann finster und aggressiv reißender im Blast-Modus los, hat in der gewohnten Produktion eine enorme Energie und Kraft, viel Zug und Getriebenheit.
Nach der Raserei schaltet der Witch Hawk Krieger herrlich garstig growlend und fauchend zu einem urgewaltig heulenden Tanz um das folkloristische, in indigener Trance schwelgende Midtempo, wobei der folgende Tritt auf das Gaspedal ein epischeres Panorama andeutet.
Der Fade Out als Finale wirkt da leider wie ein zu billiges Ausstiegsszenario, doch weil Celestial Bloodlust danach noch manischer sägt und galoppiert – fast wie Wolves in the Throne Room auf punkigem Speed! – geht das absolut klar…obwohl das generische Riff im stromlinienförmigen Verlauf an sich kaum das originellste ist.

Die dahinter angehängte rein instrumental gehaltene Acoustic Version von Barefoot Ghost Dance on Blood Soaked Soil kommt als Schlusspunkt der EP nicht ohne einen willkürlich hinzugefügten Beigeschmack aus (erfüllt aber gewissermaßen den Job der redundanten Interludes des jüngsten Albums), und macht per se natürlich nichts falsch – wiewohl es den Eindruck festigt, dass Sgah’gahsowáh aus Blackbraid III angesichts des vorhandenen Materials ein fesselnderes Album basteln hätte können.

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