Fuath – III
Die ziemlich beeindruckende Black Metal-Diskografie von Andy Marshall wurde an dieser Stelle zugegeben erst durch seinen Banefyre-Gastauftritt auf den Radar gespült. Direkt zum Einstieg in das Jahr kommend, wäre Fuath III aber auch so Aufmerksamkeit gewiss.
Auf dem dritten Teil seines (vor einer Dekade eigentlich als einmaliger Ausflug in eine traditionellere Parallelwelt von Saor begonnenen) Projekts Fuath kehrt der Schotte nach dem das Spektrum reichhaltiger, wiewohl auch polarisierender erweiternden Teil II vor fünf Jahren wieder ein Stück weit in die winterliche Kälte und eisige Atmosphäre des 2016er-Debüts zurück.
Gleich The Cailleach flirtet in der sauberen Produktion mit klassischer Lofi-Block Metal-Ästhetik, lässt seine Atmosphäre ebenso harsch wie melodisch blühen. Ein unablässig rasender Strom aus epischer Melancholie bekommt immer wieder neue Impulse, bleibt roh und ausformuliert, schiebt Akzentuierungen ohne wirklich originären Individualismus nach, und hält die Intensität aufrecht.
Die naturalistische Verbundenheit, die immer schon essentiell für Fuath und Marshall war, fesselt entlang des simplen Songwritings mit dem zurückgekehrten subtileren Ansatz subjektiv einfach zwingender als zuletzt. Doch ein paar Schönheitsfehler trüben ein nichtsdestotrotz fabelhaftes Comeback.
Embers of the Fading Age drosselt das Tempo malerischer und destilliert gleichzeitig eine punkige Mentalität voll tragischer Hymnik. Ein radikales Ende wäre da grundlegend durchaus stimmig. Doch dass die kürzeste Nummer der Platte vor der Achtminuten-Marke so abrupt den Cut macht, ist einfach nur extrem frustrierend, stimmungstötend und auch billig. Wie es runder ginge, zeigt das wieder straighter angelegte, fast rockende Possessed by Starlight, obwohl es beinahe Gefahr läuft, zu mäandern.
Das Panorama des finalen The Sluagh passt dann perfekt zum Artwork, findet Fuath III hier doch auch die Zeit für eine nachdenkliche Einkehr – der plötzlich (zugegeben: auch relativ willkürlich) auftauchende Synth-Nebel ist irritierend, aber mehr noch interessant. (Wie er die tackernden Drums jedoch so ausdünnend verschiebt, ist jedoch eine ambivalente Entscheidung). Zumal die Elemente nach der Bridge eine Synergie entwicklen, sich auf dem Höhepunkt dem Horizont entgehenpeitschen, wo Album Nummer 3 als zweitbester Diskografie-Eintrag nostalgisch zurückgenommen perlend verklingt. Und seinem (nach dem bisherigen Release-Muster 2031 erwarteten) Nachfolger sehnsüchtig entgegenblickt.


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